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NL #44 [Deutch]

Gelobt sei Jesus Christus,

Ich möchte Ihnen den imaginären Schleier der Gefängnisse der Slowakischen Republik aufdecken und für Sie ein paar Zeilen darüberschreiben, wie Jesus Christus hinter den Gefängnismauern handelt.

Ursprung und Umstände der Entstehung von Dismas

Alles begann im Januar 2015, als ich mich während der Gebete für Heilung in Beckov mit Branislav Letko traf. Während der Veranstaltung fragte ich ihn, ob er ins Gefängnis kommen würde, weil ich mich danach sehnte, dass auch Häftlinge die Möglichkeit hätten, das Lobgebet sowie die Zeugnisse zu hören. Er sah mich an, sagte nichts, drehte sich um, näherte sich dem Altar und begann Gott zu loben. Dann antwortete er: „Klar, wann?“ Und darauf habe ich den 14.05.2015 vorgeschlagen, weil ich schon lange diese Alternative in Betracht gezogen habe. Ich habe mich schon im Vorfeld darüber informiert, was ich alles für den Betritt des Geländes organisieren und planen müsse.

So konnten wir am 14.05.2015 zum ersten Mal ein Lobgebet mit der Gruppe Lamacske Chvaly in Leopoldov – in dem bestbewachten Gefängnis der Slowakei durchführen. Strenge Eintrittsregeln am Eingang zu dem Gelände mussten eingehalten werden und der dreistündige Prozess ging auch an uns nicht vorbei. In der sogenannten „Burg“, in der die Veranstaltung stattfand, verbüßen ihre Strafen solche Menschen, die Sie ganz bestimmt am Abend auf der Straße nicht treffen wollen würden. Meistens sind es Mörder, Männer, die wegen Vergewaltigung, Erpressung, Drogenmissbrauch oder anderen schweren Straftaten verurteilt wurden. Genau diese wurden eingeladen und kamen sogar, obwohl manche nicht einmal wussten, warum. Aber ich wusste es, denn es steht geschrieben: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.“ (Joh 15, 16)

Als die Gotteslobpreisungen und Zeugnisse begannen, konnte man etwa nach einer halben Stunde an den Gesichtern der harten Männer eine Veränderung beobachten. Nach einer weiteren halben Stunde bemerkte ich einen gebeugten Häftling, der sich den Kopf mit beiden Händen hielt und weinte. Dieser Mann hat die Menschen draußen beschossen. Die Herzen der anderen begannen sich auch langsam aufzutauen. Jesus berührte sie und zeigte ihnen den Zustand ihrer eigenen Seele und der Dinge, auf die sie in ihrem Leben verzichten sollen und wie sie sich in Seine Hände legen können.

Mir wurde klar, dass Jesus nicht nur die Menschen draußen veränderte, sondern auch die Verurteilten hinter den Gefängnismauern zu sich rief. Diese durchdringende Berührung des Herrn Jesus, die auch zu meinem Herzen sprach, war für mich ein Zeichen, einen neuen Kreis zu gründen. Als Lehrer hatte ich zwei Kurse geleitet – einen landwirtschaftlichen und einen Kunstkurs. Allerdings kann ich weder malen noch Vögel füttern. Aber eines weiß ich. Meine Lebenspriorität ist das tägliche Lesen der Heiligen Schrift, der tägliche Gottesdienst und die Führung der eigenen Familie zum Glauben an Christus. Deshalb habe ich beschlossen, dieses Zeugnis meines Lebens an die mir Anvertrauten weiterzugeben, denn ich weiß, Christus liebt alle gleich.

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Foto: Bibelschule in der Kapelle der Bekehrung des Hl. Paulus im Gefängnis von Leopoldov aus dem Film „Goldene Pfeifen“ von TV LUX.

Und deshalb habe ich um Erlaubnis gebeten, einen Kurs namens „Bibelschule“ zu gründen. Die Vorgesetzten stimmten zu, also kam es zu dem ersten Treffen. Zuerst waren wir drei. Einer spielte christliche Lieder auf der Gitarre, der zweite las aus der Heiligen Schrift und der dritte betete. Auf diese Weise haben wir uns jede Woche getroffen und in wenigen Monaten kamen zu uns über 20 Häftlinge. Während eines solchen Treffens fragten sie mich, ob wir uns irgendwie nennen könnten. Ich fragte verdutzt: „Was meint ihr denn mit einem Namen?“ Ihre Antwort kam prompt: „Wir sind bereits eine Gemeinschaft und möchten uns irgendwie nennen.“ Also sagte ich: „Okay, macht Vorschläge.“ Der erste rief: „Freiheitskämpfer“. Der zweite: „Gefangene“. Der dritte: „Gottes Gnade“. Jeder hat etwas anderes vorgeschlagen. Zum Schluss haben wir dann letztendlich vereinbart, dafür zu beten. Wir setzten unser Treffen mit Lobpreisungen des Herrn fort, als plötzlich der Gitarrist zu spielen aufhörte. Er legte seine Gitarre weg und sagte: „Wir werden uns DISMAS nennen!“ Ich reagierte überrascht: „Was? Was ist das?“ Er antwortete, dass DISMAS der Name für den reuevollen Verbrecher sei und fuhr fort: „Wissen Sie, wie viele Kreuze auf Golgotha waren, als sie Christus kreuzigten? Ja, drei. Und in der Mitte war der Unschuldige – der einzige Gerechte, der es nicht verdiente, zum Tode verurteilt zu werden. An den Seiten waren jedoch echte Kriminelle.“ (Lk 23, 39-43) Aber einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, lästerte ihn und sprach: „Bist du nicht der Christus? Hilf dir selbst und uns!“ Da wies ihn der andere zurecht und sprach: „Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsre Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.“ Und er sprach: „Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!“ Und Jesus sprach zu ihm: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Das ist der Dismas (vom Griechischen dysme, d.h. sterben). Der Verurteilte, den Gott Jesus Christus rechtfertigte und noch an dem Tag ins Paradies brachte. Das ist eigentlich die Grundlage unserer regelmäßigen Gefängnisbesuche. Wir machen die Verurteilten mit diesem Teil der Heiligen Schrift vertraut, damit sie wissen, dass es keine Sünde gibt, die uns der Gott nicht vergeben würde, wenn wir sie bereuen. Denn wir wissen, dass Gott (1 Tim 2, 4) will, dass alle Menschen gerettet werden und seine Wahrheit erkennen. Es reicht für uns auf sein Wort mit einem „Amen“ zu antworten.

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Hiermit übermittle ich den Inhalt des offiziell veröffentlichten Artikels und der Fotos: „Am 16.08.2015 fand im Institut für den Vollzug von Freiheitsstrafen und in der Haftanstalt Leopoldov ein Konzert der Gospel Kapelle Lamacske Chvaly mit der Beteiligung von Verurteilten statt, die in der Anstalt mit mittlerer Bewachung und mit maximaler Bewachung untergebracht sind, sowie Angeklagten, die sich in einem milden Regime befinden. Die Mitglieder der Kapelle präsentierten den Verurteilten während des Konzerts die Zeugnisse aus eigenen Leben, priesen den Gott und lasen aus der Heiligen Schrift.“

https://www.zvjs.sk/sk/koncert-worshipovej-kapely-v-leopoldovskom-ustave

 

Aktivitäten und die Tätigkeit der Gemeinschaft DISMAS

Innerhalb eines Jahres einigten wir uns auf den Hauptkern und das Ziel unserer Gemeinschaft – definitiv das Gebet. Stellen Sie sich die Verurteilten so vor, als wären ihre Hände und Füße gefesselt. Das ist ihr „Gefängnis“ und deswegen ist ihre Stimme umso entwickelter. Wie bei einem Blinden dessen Tastsinn besser entwickelt ist als andere Sinne. Ja, ihre Stimme rufend zu Gott. Außerdem haben manche mehr Zeit – als wir freie Menschen. Manchmal erinnere ich sie daran, wie manche in einem Kloster leben. Ein Mensch entscheidet sich für das Kloster, verkauft alles, was er hat, verteilt es an die Armen, klingelt an den Mauern des Klosters, gibt seine Kleider ab und ohne Eigentum, unter einer strengen Klausel übergibt er sich dem Willen Gottes. Während ich das erzähle, verstehen einige, dass sie jetzt etwas Ähnliches erleben. Sie haben nur zwei Wege. Entweder mit dem System zu kämpfen, Beschwerden schreiben, Entlassungen veranlassen oder sie akzeptieren ihr Kreuz und fangen an, als wahre Kinder Gottes zu leben. Sozusagen als „Jesu’s Army“. Derzeit befindet sich die slowakisch-tschechische Gefängnisgemeinschaft DISMAS (weiter nur „Gem. Dismas“) nicht nur in der Slowakei, sondern auch bei den Brüdern in Tschechien. Wir haben dort bereits 10 Gefängnisse besucht, in denen sich die Menschen für Gebete ausgesprochen haben.

Engelsgebete: Gem. DISMAS betet für die Menschen, zu denen uns der Herr Jesus Christus in bestimmte Gefängnisse, aber auch individuell, schickt, für ihre Familien und andere Bedürfnisse. Wir beten jeden Tag um 20.00 Uhr ein kurzes fünf-Minuten-Gebet, jeden Freitag und Samstag ein 40-Stunden-Kettengebet (das Gebet sollte zu jeder Tageszeit mindestens 1 Stunde dauern) und jeden Freitag um 12.00 Uhr für die Slowakei. Eine Gruppe betet den Rosenkranz (schmerzhafte, freudenreiche, glorreiche, lichtreiche Geheimnisse), andere beten 500-mal das Vaterunser, weitere lesen Psalmen, fasten auf verschiedene Weise, einige spielen und singen zum Lob des Herrn.

Derzeit veranstaltet die Gem. Dismas regelmäßig, fast jede Woche, christliche Veranstaltungen, Theater, Konzerte, Lobpreisungen und Treffen in den Gefängnissen, wo wir den Gefängniskaplan unterstützen. Außerdem betreuen wir auch freigelassene Mitglieder durch verschiedene gemeinnützige Dienste (Kleidung für sie, ihre Kinder oder Familie). Ich möchte gern auch das Projekt „Engelsgeschenk“ erwähnen. Dieses Projekt wird zur Weihnachtszeit vollgebracht. Bei Interesse senden wir den aktiven Mitgliedern der Gem. Dismas, die im Gefängnis sind, zu Weihnachten Pakete für ihre Kinder, event. Enkelkinder.

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Foto: Ehefrau Mirka packt mit Lucia, einem Mitglied der Gem. Dismas, die Geschenke für die Kinder ein. Diese Idee entstand erst im Dezember 2018.

Ich versuche Ihnen diesen Dienst für die Verurteilten aus der Gemeinschaft etwas genauer vorzustellen. Die meisten Verurteilten haben zu Hause Kinder, die zu Weihnachten allein, weit weg von Papa sind, weil er seine Strafe verbüßt. Aber auch diese Kinder möchten ein Weihnachtsgeschenk von Papa erhalten. Manche verstehen nicht, warum Papa im Gefängnis ist, oder sie wissen es gar nicht. Aber vor allem sie können nichts dafür, dass ihre Eltern bzw. Großeltern im Gefängnis sitzen. Die Verurteilten können uns einen Brief mit dem Namen, Alter und der Adresse ihres Kindes schreiben. Wir versuchen dann das entsprechende Geschenk für das Kind auszusuchen. Letztes Jahr haben wir Geschenke an mehr als 10 Kinder verschickt. Ich hoffe, dass diese Anzahl jedes Jahr steigen wird. Viele Verurteilten bedankten sich persönlich, als ich sie im Gefängnis besuchte oder schickten einen Brief. Hier ein Auszug aus dem Brief vom 03.01.2019.

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Foto: Teil des Briefes von Jozef, der schon seit Jahren seine Haftstrafe verbüßt. Ich beschreibe kurz den Inhalt des Briefes und die Erklärung des Kaplans.

Als wir beschlossen haben diesen Dienst auszuführen, haben wir an einige Seelsorger geschrieben, um das Interesse nachzufragen. Kaplan Lubos Kascak kam in eine Zelle und erzählte über diesen Dienst der Gem. Dismas für die Kinder. Das steht am Anfang dieses kopierten Briefes. Darin schreibt Jozef, er habe im Fernsehen eine Werbung gesehen, in der die Kinder Weihnachtsgeschenke auspackten. Dann schaute er auf das Bild seiner Kinder und während des Gebets sagte er zu ihnen: „Der Herr wird euch durch andere Menschen ein Geschenk geben.“ In diesem Moment öffnete sich die Zellentür und der Priester erzählte ihm vom „Engelsgeschenk“.

In diesem Brief schreibt er: „Mein Bruder, ich habe in einer Werbung im Fernsehen Geschenke gesehen, die zu Weihnachten verschenkt wurden. Ich sah meine Kinder an, ich habe ihre Fotos an der Wand hängen und sagte: „Meine Kinder, was werde ich euch geben … Aber Gott, der Herr, wird euch seine Menschen senden, und ihr werdet Geschenke bekommen.“ Und gerade in diesem Moment kam der Pfarrer herein und fragte nach der Adresse der Kinder. Ich sagte, mein Gott, was machst du? Mein Herz bricht gerade. Ich danke dir, mein Bruder und auch deiner Frau dafür, dass ihr den Herrn liebt und auf ihn hört, weil der Herr dort wirken kann, wo er empfangen wird. Ich danke dir, sowohl deiner Frau als auch Branislav. Gott wird euch belohnen. Die Kinder tanzten, freuten sich und glaubten, dass das Christkind die Geschenke gesandt hatte. Nun, was soll ich dir sagen, mein Bruder, mein Herz weint.“

Zu den Geschenken haben wir ein kleines Schreiben hinzugefügt: „Wunderschöne Weihnachten Alenka, es kam zu mir vom Himmel ein schöner Engel und hat mir dieses wundervolle Geschenk für dich gegeben. Es ist nur deins. Ich vermisse dich sehr und kann dir sagen, dass ich für dich bete. Bestimmt deshalb hat mir das Christkind den Engel geschickt, damit ich dir diese Überraschung schicken kann und damit du weißt, dass ich dich sehr liebe. Dein Papa“ Und genau diesen Satz fügen wir auch dieses Jahr zu den Geschenken für die Kinder bei.

Derzeit gehören zu der Gem. Dismas etwa 1000 Verurteilte und Angeklagte in der ganzen Slowakei und Tschechien. Eine andere Aktivität ist der Besuch der entlassenen Mitglieder der Gem. Dismas (ein Treffen). Wir helfen ihnen, sich in ihrer Gemeinde eine Gemeinschaft auszusuchen und in sich das christliche Leben zu integrieren. Bei Interesse helfen wir mit Konsultationen bei der Wohnung- und Arbeitssuche. Als nächstes möchte ich auch diese Projekte erwähnen: Engelsgottesdienst, Glückwünsche der Engel, Engelsbriefe, Engelsgeschenk.

Ich würde gern diese Projekte kurz beschreiben, zu denen uns der Vater rief. Aus Absicht sage ich „rief“, weil alle Projekte und eigentlich der ganze Dienst auf die Ermutigung und den Besuch Jesu ausgerichtet sind. Jesus verbirgt sich in unseren Brüdern und Schwestern im Gefängnis. Wenn der Priester jeden Tag den lebendigen Christus während des Gottesdienstes verwandelt, bitte ich den Christus, diese Verurteilten in meinen Augen so zu sehen, wie Er sie sieht. Und jetzt die Beschreibung der erwähnten Projekte:

Engelsgottesdienst: Konzentriert sich auf die Feier eines konkreten Gottesdienstes für Mitglieder der Gem. Dismas.

Engelsglückwünsche: Jedes Mitglied der Gem. erhält von Dismas an seinem Namenstag und Geburtstag einen Gruß, der das Wort Gottes und eine kopierte Zeichnung enthält. Diese Zeichnung schenkten uns und gestalteten selbst unsere Mitglieder.

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Foto: Teil eines Briefes von Jan aus Leopoldov, in dem er schreibt: „Danke für den Glückwunsch zu meinem Geburtstag. Es war der einzige Glückwunsch, den ich per Post erhalten habe.“ So reagierte er auf die Korrespondenz von Gem. Dismas (Engelsglückwünsche).

Engelsbrief: Dieses Projekt betrifft die meist kritischste Zeit, in der man sich an seine Liebsten erinnert und jemanden in seiner Nähe haben muss, den man liebt. Und das ist gerade zu Weihnachten. Damit Sie es sich vorstellen können: Nachdem die Verurteilten im Gefängnis landen, werden die meisten von ihren Familien verlassen und sind allein. Daher bekommen die Kinder von Familien, die zu der Gem. Dismas (von draußen) gehören, einen Namen eines Verurteilten zugeteilt, für den sie dann beten. Jedes Kind bekommt mindestens einen Namen und betet intensiv 40 Tage lang vor Weihnachten für diese Person. Dabei schreibt das Kind dem Verurteilten eine Weihnachtskarte und malt ein Bild. Ich muss sagen, dass dieses Projekt die Verurteilten wohl am meisten getroffen hat, was wir aus der anschließenden Korrespondenz von ihnen erfahren haben.

Engelsmagazin: Alle drei Wochen wird ein sogenannter „Newsletter“ an 333 verurteilte Frauen und Männer verschickt. Er erscheint auf 6 bis 14 Seiten und enthält Ereignisse aus dem Leben der gesamten Gem. Dismas, ob außerhalb oder innerhalb des Gefängnisses. Die Verurteilten reagieren darauf sehr wohl und schreiben uns Briefe zurück. Manchmal kommen 125 Briefe in einem Monat bei uns an, die wir anschließend lesen und jeden persönlich beantworten.. Die Briefe enthalten verschiedene Anfragen wie z. B., Verschicken eines Pakets, Sportsachen, Bibel, religiöse Literatur sowie Bitten um Gebete, Ermutigung. Viele fragen nach dem Bibelquiz und Antworten auf die Aufgaben, die wir ihnen regelmäßig in diesem Magazin vorlegen. Ein Foto von diesem Newsletter befindet sich vor dem Ende der Einleitung.

Engelsgeschenk: Dieses Projekt haben wir bereits in diesem Kapitel beschrieben.

Engelshandy: Es ist ein Hilfsprojekt für die Mitglieder der Gem. Dismas, die länger im Gefängnis waren, mit einem Smartphone gut und effizient umzugehen. Diese Hilfe besteht darin, diese Geräte zu kaufen, dort Anwendungen wie den Rosenkranz (zum Anhören), Bibel und unsere Web-Seite zu installieren. Es stehen dort auch die Telefonnummern einiger Mitglieder sowie unsere E-Mail-Adressen. Zum Anhören ist dort auch das Neue Testament in MP3 Form heruntergeladen sowie einige Predigten über das Wort Gottes, spirituelle Erneuerung nach Verbüßung der Strafe, um auch nach dem Verlassen der Institution bei Christus zu bleiben. Auch jeder Brief enthält normalweise ähnliche Anhänge. Dabei handelt es sich um verschiedene Anleitungen, Erklärungen, z. B. Ablauf der Beichte, eucharistische Wunder, verschiedene spirituelle Erneuerungen, Informationen über Wohltätigkeitsorganisationen und Orte, die Hilfe anbieten nach dem Verlassen des Gefängnisses.

Die regelmäßigen und langfristigen Anhänge sind insbesondere der Yeshua-Kurs und das Bibelquiz (Fragen aus der Heiligen Schrift), der mit einer Auswertung und Auszeichnung für seine Absolvierung endet. In einem Newsletter können 20 gedruckte Seiten erscheinen, während die Gesamtzahl der gedruckten Seiten manchmal auch 4.000 Seiten beträgt. Davon sind ca. 80% in Farbe.

EngelsQuiz: ist ein Bibel-Quiz - ein Kurs (Fragen aus der Heiligen Schrift), der mit einer Auszeichnung für seine Absolvierung und Bewertung endet. Dieses Quiz hat die Möglichkeit, von jedem Mitglied ausgefüllt zu werden und wird ab dem ersten Kontakt verschickt, da es für jeden sehr wichtig ist, Gottes Wort zu lesen. Derzeit sind 126 Mitglieder dem Projekt beigetreten.

Engelsbild: Es ist ein umfassenderes Projekt, bei dem Mitglieder aus dem Exil zeichnen - sie malen meist biblische Motive und wir präsentieren Kinder aus Kinderheimen, oder z.B. und Papst Franziskus mit diesen Gaben. Ziel ist es, die Talente der Mitglieder zur Gemeinschaft für die Kirche, für die sie auch bestimmt sind, so einzusetzen, dass wir Freude bringen in der Trauer oder zumindest ein Lächeln. Dieses Projekt dient auch als Geschenk und Dankeschön für den Service.

Engelsnächstenliebe: Ein Dienst, der uns von einer Pfarrgemeinde angeboten wurde. Das Projekt ist für Weihnachten bestimmt, nämlich die Familien der Mitglieder von spol. hinter Gefängnismauern, die z.B. Waschmaschine oder Kühlschrank. Diese Geräte sind ganz neu.

Engelswaffe: Dieses Projekt ruft ins Leben die Tradition der Rosenkranz-Herstellung. Rosenkränze wurden vor 25 Jahren von lebenslang verurteilten Männern hergestellt. Dieses Projekt wollte ich schon länger durchsetzen. Mit Hilfe unserer Mutter Gottes konnte man es verwirklichen. Momentan werden Rosenkränze in Gefängnissen in Tschechien sowohl auch in der Slowakei hergestellt. In den slowakischen Gefängnissen haben wir vor allem die Priester bezüglich dieser Zusammenarbeit angesprochen. In 13 Gefängnissen werden die Rosenkränze – genannt als „Waffe gegen den Teufel“- fertiggestellt.

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Foto: Selbsthandgefertigte Rosenkränze in lebenslanger Haftstrafe in Banska Bystrica. Das Bild unter den Rosenkränzen wurde gestaltet von einem lebenslang Verurteilten für den Jungen Matus, der an dem Projekt „Engelsbrief“ zusammengearbeitet hat und am Heiligen Abend genau diesem Verurteilten einen schönen Brief schickte.

Zusammenarbeit mit Subjekten, Organisationen, Musikkapellen …

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Im Jahr 2015 besuchten uns zwei Mal die Kapelle „Lamacske Chvaly“ und in der Adventszeit auch die Kapelle „ESPE“.

Foto: Institut für den Vollzug von Freiheitsstrafen und Haftanstalt Leopoldov am 07.12.2015 beim Lobgebet mit der Kapelle „ESPE“ im Kinoraum der Anstalt mit einer Teilnahme von ca. 120 Verurteilten und 23 Angeklagten.

https://www.zvjs.sk/sk/koncert-kapely-espe-v-ustave-leopoldov

 

Am Ende des Jahres haben wir uns darauf geeinigt, dass die Verurteilten mehr christliche Lieder üben sollen. Mit den Liedern aus dem eigenen Repertoire, die sie bei Gottesdiensten singen, sowohl mit eigenen Liedern können sie in der Zukunft die eingeladenen Gäste überraschen. Am Anfang hatten wir keine gute Gitarre. Nach Nachfrage hat die Firma „Guitary AID“ der Gemeinschaft eine neue Gitarre geschenkt. Der Kurs „Bibelschule“ hat dann Branislav Letko eingeladen, damit er ihnen Gitarre spielen noch besser beibringen könne.

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Hier übermittle ich den Artikel und das Foto, die offiziell veröffentlicht wurden: „Am 07.04.2016 wurde das Treffen mit dem Sänger, Gitarrist und katholischen Evangelist Mag. Branislav Letko im Institut für den Vollzug von Freiheitsstrafen und Haftanstalt Leopoldov veranstaltet. An der Vorlesung und interaktiven Diskussion bezüglich des Lobgesangs haben die Verurteilten vom Kurs „Bibelschule“ teilgenommen. Dabei wurde ihnen auf interessante Weise Entstehung, Charakteristik und Sinn der christlichen Lieder präsentiert. Die Verurteilten beteiligten sich mit Interesse am Üben und Interpretation der Lieder. Bei dieser Gelegenheit spielten sie auf der aus England, von „Guitary AID“ gespendeten Gitarre.

https://www.zvjs.sk/sk/stretnutie-s-katolickym-evanjelizatorom-v-ustave-Leopoldov

Bei dem nächsten Besuch haben die Mitglieder der Gem. Dismas Branislav überrascht und mit ihm geteilt, was sie schon länger geprobt haben. Ich kann mich noch daran erinnern: Damals spielte die Kapelle „Lamacske Chvaly“ das dritte Mal in Leopoldov, als einer der Verurteilten Branislav um seine Gitarre bat, mit der Absicht etwas zu spielen. Branislav hat damals nur gesagt: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“ und lächelte. Matus Uriga, genannt „Käferchen“, sagte mit leiser Stimme: „So, hören wir uns das an“. Was dann folgte, erwartete wahrscheinlich keiner. Bei unserer „Hymne“ – „Jesus, du hast den schönsten Namen“ – hörten zuerst die Musiker von „Lamacske Chvaly“ interessant zu und dann kullerten Tränen über ihre Wangen. Branislav Letko hat einmal bei dem Lobpreis gesagt: „Michal, sobald wir ins Gefängnis kommen, kommt gleich Gott zu uns. Draußen dauert es länger, aber da kommt Er gleich.“

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Auf diese Weise haben sie dann jeden Gast sowie auch besondere Besucher begrüßt. Text und Foto von einem solchen besonderen Besuch:

 „Am 21.05.2016 fand im Institut für den Vollzug von Freiheitsstrafen und der Haftanstalt Leopoldov ein Konzert der Sängerin Dominika Gurbalova und dem Musiker Maros Vatascin aus Gemeinschaft „Leuchtturm“ in Kosice statt. Diese jungen, begeisterten Musiker sind oft Gäste bei den Festivals der christlichen Musik und treten in katholischen Medien auf. Zwischendurch sprach der Dr. theol. Vladimir Sostak PhD., Bischofsvikar für Katechese, Seelsorger für Familien und das Apostolat der Laien der Erzdiözese von Kosice, zu den Verurteilten und Angeklagten. Für dieses außergewöhnliche Ereignis bedanken wir uns bei allen Beteiligten.

https://www.zvjs.sk/sk/hudobne-vystupenie-s-hodnotnou-prednaskou-v-ustave-leopoldov

Außer Gebet und Singen wurde auch heftig diskutiert und Fragen aus der Bibel beantwortet. Die Beteiligten wussten, dass Vladimir Sostak der Bischofsvikar für Katechese sei und er Vorträge bei dem Kurs „Yeshua“ hielt, über den ich sie im Vorfeld informiert hatte. Daher wurde es eine erfolgreiche Debatte, die mit Gottes Segen endete. Nach dem Besuch habe ich den Verurteilten seine E-Mail gelesen, die er mir ein Tag nach seinem Besuch schickte. In der E-Mail hat er sie viel ermutigt und sich bedankt. Für die Verurteilten war es eine große Ermutigung und Bestätigung, dass es einen Sinn hat, was sie machen. Mit Erlaubnis von Vladimir Sostak hier ein kleiner Abschnitt aus dieser E-Mail: „Immer wieder klingelt in mir der gestrige Tag … Er war für uns sehr spektakulär … Starke Berührung Gottes. Ich weiß nicht einmal, ob die Häftlinge uns brauchten oder wir sie. Wahrscheinlich „B“ ist richtig. Und du warst der Gottes Regisseur. Wir haben nur dorthin geschaut, wo es für den Menschen nicht so sehr verlockend ist. Aber Gottes Weisheit, Souveränität und Allmächtigkeit wirken oft dort und bei den Menschen, bei denen wir es kaum erwartet hätten. Ich danke sehr dem Gott für Dich und deine Berufung. Ich grüße herzlich deine Mitglieder des Kurses … Mit ständigem Segnen, dein Bruder Vlado.“

Im Gefängnis arbeiten wir auch mit den wohltätigen Mitgliedern zusammen. Am 18.05.2017 fand eine wohltätige katholische Kulturveranstaltung, anlässlich des Festes von dem Heiligen Papst und Märtyrer Johannes I., statt, begleitet mit der Kapelle „Lamacske Chvaly“ und in Zusammenarbeit mit dem Kaplan Mag. Lubos Kascak und dem Ordinariat der Bundeswehr und des Bundeschor der Slowakischen Republik.

In dem Vollzug der Freiheitsstrafe befinden sich nicht nur Männer, sondern auch Frauen. Diese Frauen besuchten wir in der Haftanstalt und im Institut für den Vollzug von Freiheitsstrafen in Nitra, Levoca, Nitra Chrenova und im Institut für den Vollzug von Freiheitsstrafen für Jugendliche in Sucany. Verurteilte junge Frauen in Sucany überraschten uns mit ihrem Gesang. Das Singen übten sie mit dem Kaplan der Gefängnisgemeinde Mag. Juraj Maly. Ich habe beobachtet, dass gerade Frauen die besten Sängerinnen sind. Sie bringen nämlich eigene persönliche Geständnisse und Erfahrungen mit.

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Foto: Institut für den Vollzug von den Freiheitsstrafen in Levoca, links Gospel Kapelle „F6“, rechts Dominika Marusinova-Gurbalova

http://www,zvjs.sk/sk/hudobne-popludnie-v-ustave-levoca

http://www.zvjs.sk/sk/node/720164

In letzter Zeit besucht die Gefängnisse fast jeden Monat der Rapper Michal Straka alias EGO. Die Menschen fragen mich sehr oft: „Michal, ist EGO konvertiert? Warum bringst du ihn eigentlich so oft ins Gefängnis mit?“ Ich erkläre das kurz: Ich merke, dass er auf dem Weg ist und ich sage niemanden, wo genau auf diesem Weg er sich gerade befindet. Wichtig ist, dass er Schritt für Schritt weiter geht. Was er sagt, beweist er auch mit seinen Taten. In seinem Fall ist es die wohltätige Aktivität, d.h. er besucht Gefängnisse in der Slowakei einschließlich Ostslowakei, er nimmt kein Geld, nicht einmal für die Fahrt. Er zahlt Benzin sogar auch für seinen Tonträger, wenn er mit einem anderen Auto die Technik transportiert. Er widmet sich diesem Dienst den ganzen Tag, verzichtet auf Komfort, Geld und besucht die Verurteilten, wie es in der Bibel steht (Mt 25, 36): „… Ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.“ Und warum nehme ich ihn mit? Ich erkläre es mit einem Beispiel: Wir haben den Weinberg des Herrn gemietet und laden dort verschiedene Mitarbeiter ein. Sie bauen die Weinberge an, gießen, schneiden, hacken … EGO sehe ich als einen, der etwas anderes auf dem Weinberg des Herrn macht. Seine Aufgabe ist es die große Spreu zu beseitigen und Sträucher abzuschneiden. Er zieht immer die meisten Verurteilten oder Angeklagten zu einem Konzert an. Meist müssen wir sogar auswählen, weil wirklich jeder zu seinem Konzert will (nicht nur die Gläubigen). Er zeigt den Verurteilten, die bestimmt keine christliche Veranstaltung besucht hätten, dass auch so ein Star wie er, zusammen mit dem Christus auf eigene Weise weiter schreiten kann. Wie sieht es eigentlich auf so seinem Konzert im Gefängnis aus? Wenn Michal sein Lied „Der beste Freund“ singt, fragt er meistens vorher: „Wisst ihr, wer mein bester Freund ist?“ Und fast alle antworten: „Rytmus.“ (Rytmus ist ein slowakischer Rapper.) Aber er widerspricht: „Nein, nicht Rytmus, sondern Jesus Christus.“ Nach weiteren Liedern fragt er wieder: „Habt ihr zu Hause eine Familie, Ehefrau, Kinder? Können wir zusammen für sie das Vaterunser beten?“ Nachdem sie zustimmen, kniet Michal zusammen mit uns nieder und wir beten mit allen Verurteilten. Das Schönste ist, wie emotional die Männer darauf reagieren. Beim letzten Mal waren die Männer zum Weinen berührt, mindestens fünf von den Verurteilten weinten herzergreifend und bedankten sich mit ganzen Herzen beim Herrn.

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Auf der Internetseite des Instituts haben sie geschrieben: „Wir leben nur ein Mal und es ist notwendig, als ein ganz neuer Mensch nach Hause zu kehren.“ Das ist das Motto des Konzerts des slowakischen Rappers Ego. Es fand am 03.07 im Institut statt. Das Konzert bereitete die christliche Gem. DISMAS vor. Auf diese Weise will sie zu der Entfaltung der Verurteilten in ihrem persönlichen Leben beitragen sowie auch zu der Weiterentwicklung in ihrem Leben im Gefängnis. Ego machte ihnen Freude mit seinen bekanntesten Hits, als auch mit den neuen Liedern. Anschließend antwortete er herzlich auf ihre Fragen. Die Verurteilten schenkten ihm großen Applaus. Während des Konzerts kniete der Rapper zusammen mit den Männern nieder und sie beteten gemeinsam das Vaterunser für ihre Ehefrauen und Kinder.

http://www.zvjs.sk/sk/aktuality/ego-koncertoval-za-murmi-ustavu-ruzomberok

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Ich füge noch ein Foto von Michal S. dazu aus dem Institut Banska Bystrica Kralova während der Weihnachtsfeiertage am 20.12.2019.

Foto: Eine Idee von Michal S. – Gebetskreis für die Familien der Verurteilten. Betrachten Sie diese Demut, als sich in dem Name Jesus, jedes Knie beugte. Flp 2, 10-11 … damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde, ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: „Jesus Christus ist der Herr“, zur Ehre Gottes, des Vaters.

http://www,zvjs.sk/sk/aktuality/predvianocny-koncert-%E2%80%9Eega%E2%80%9c

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Während des Betriebs der Gem. Dismas besuchte mehrmals das Gefängnis ein Exorzismus durchführender, vom Bischoff beauftragter, Priester.

Hier ein offiziell veröffentlichter Artikelinhalt und ein Foto: „Am 02.03.2019 besuchten das Institut für den Vollzug von den Freiheitsstrafen in Presov und Haftanstalt Matus Marcin (griechisch-katholischer Priester der Eparchie von Kosice) und Michal Libant (Institut für den Vollzug von Freiheitsstrafen und Haftanstalt Leopoldov). Die Vorlesung mit dem Thema „Liebe den Nächsten, wie dich selbst und tu Anderen wie du wünscht, dass sie dir tun“ wurde der Relaxionsgruppe Dismas gewidmet. Diese Gruppe trifft sich regelmäßig am Abend in der Kapelle zu einem gemeinsamen Rosenkranzgebet. Die Vorlesung erweckte großes Interesse, deswegen fand sie diesmal in den Gemeinschaftsräumen statt. Bei der Vorlesung, die anschließend mit einer Diskussion endete, erklärte Matus Marcin interessant, verständlich und ohne Moralisieren, was eine nicht etablierte Lebensweise mit sich bringt. Er wies auf viele negative Einstellungen des Menschen von Angesicht zu Angesicht hin und erklärte die Bedeutung des Rosenkranzgebets. Er erläuterte auch in welchen Fällen die Kirche die Gebete des Exorzismus nutzt und zeigte den Unterschied zwischen einer psychischen Krankheit und dem von dem Bösen verursachten Leiden. Nach einer vier und halb stündigen Vorlesung wurde das Treffen mit einem kräftigen Applaus und kurzem Gebet beendet. Gott sei Dank für solche Menschen wie Matus Marcin und Michal Libant, die trotz Stress und Zeitmangel, die Zeit fanden und auf solche Weise die Verurteilten im Institut für den Vollzug von Freiheitsstrafen ermutigten.“ http://www.zvjs.sk/sk/prednaska-pre-odsudenych

Im Jahr 2018 besuchten wir das erste Mal unsere Brüder in Tschechien. Bis jetzt besuchten wir dort 9 Gefängnisse und wurden auch ins tschechische Parlament eingeladen. Im Mai 2019 konnten wir sogar eine Filmdokumentation über unsere Aktivitäten in Gefängnissen drehen.

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Foto: Am Mikrophon ein ganz besonderer Mensch, Oberst. Mag. Vlastimil Kriz, der Direktor von Gefängnis Rynovice. http://www.vscr.cz/veznice-rynovice/novinky/konzert-gospelove-kapely-lamacske-chvaly/

Aus Respekt möchte ich folgende Gäste erwähnen. Auch sie hatten offene Herzen und kamen zum Dienen auf dem Weinberg des Herrn. Es sind: Christliche Gospel Kapelle „Godknows“, die Jungs aus Cernakol, die ihre Ereignisse teilen wollten sowie auch ihr Theater spielten. Weiter Dominik Pecho – Hauptdarsteller des Jacques Fesch (ein Verurteilter, der seinen Glauben im Gefängnis fand) in einer Theateraufführung im Theater von Andrej Bagar in Nitra. Auch eine christliche Roma-Kapelle „Opral“, Simona Martausova, Mito Bodnar, Matej Valuch – beide überlebten das Gefängnis in Iran, Folklore-Ensamble „Makovica“, christliche Rapper David Janocko und Martin Dvornicky, Priester Milos Viktorin – ein Karmelit, der die Verurteilten der Heiligen Jungfrau Maria einweihte und zum Schluss die Kapelle „Betel“ aus Hlohovec (besuchte die Gefängnisse sogar mehrmals).

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Foto: Gemeindekapelle „Betel“ aus Hlohovec im Institut für den Vollzug von den Freiheitsstrafen in Zeliezovce.

http://www.zvjs.sk/sk/hudovne-vystupenie-skupiny-betel-v-ustave-zeliezovce

Manche fragen mich nach unserer Aufgabe in den Gefängniseinrichtungen. Es gibt doch in jeder dieser Einrichtungen katholische Priester sowie auch ökumenische Seelsorge. Wir kommen dorthin mit dem Ziel die Häftlinge zu besuchen und ermutigen sie mit christlichen Liedern, Vorlesungen, Theater und verschiedenen Gästen. An diesen Aktivitäten nehmen nicht nur die gläubigen Verurteilten teil. Es gibt manchmal 150 Teilnehmer und gerade nach dem Ende der Veranstaltung besuchen mehrere den Priester, bzw. sie suchen einen Weg zurück ins Leben. Die Erfahrungen von diesen Veranstaltungen und anschließendes Feedback, entweder vom Priester oder per Post an die Gem. Dismas, zeigen den Sinn unseres Dienstes. Hier ein Beispiel aus einem Gefängnis: Während der Vorbereitung für eine Veranstaltung, kamen langsam die Verurteilten und nahmen ihre Plätze ein. In die erste Reihe setzte sich ein kräftiger Mann mit dem Ausdruck von einem „Weltmeister“. Er dachte vielleicht: „Was soll das schon wieder, hoffentlich wird es nicht langweilig“. Er kam aus Langweile, Neugier, um bisschen Kultur zu erleben und wohl auch wollte er kritisieren. Es begann mit dem Lobgebet, dann folgten die Geständnisse. Da passierte etwas Unglaubliches. Während meiner Rede von einem lebenslang verurteilten Häftling aus Leopoldov begann dieser Mann zu weinen und konnte nicht aufhören. So etwas geschieht bei den Lobgebeten und Geständnissen regelmäßig. Harte Männer weinen oder starren die Decke an, damit sie nicht zu weinen anfangen. Es betrifft sie nämlich persönlich. Wir konnten dann dem Herrn für solche große Gnade nur danken. Am Ende kam er zu uns und schüttelte die Hände. Er bedankte sich, wie viele andere vor ihm auch. Das ist eine große Belohnung von unserem Herrn – die Änderung ihres Herzens zu sehen.

Die Früchte

Viele Menschen draußen glauben es nicht und fragen mich: „Wie kannst du wissen, dass sie sich wirklich geändert haben?“ oder „Machen sie das nicht absichtlich?“ Ich zeige ein Beispiel: Der Verurteilte hatte 22 eingetragene, disziplinarische Bestrafungen, die er sich mit seinem unanpassungsfähigen Verhalten zufügte wie z. B. körperlicher Angriff, Selbstverletzung, verbotene Tätigkeiten, Verstoß gegen die Institutionsverordnungen und viele andere. Momentan hat der Verurteilte aber keine, nicht nur eine einzige eingetragene, disziplinarische Bestrafung. Genau umgekehrt … Er hat zwei disziplinarische Belohnungen. Daraus ergibt sich eine positive radikale Änderung seines Verhaltens, was die Durchführung des Behandlungsprogramms verursacht und nachträgliche Möglichkeit bietet, die Differenzialgruppe zu ändern. So sehen es die Menschen und das Personal im Institut, aber ich weiß, dass er nur eins getan hat: er ließ den Jesus Christus auf die erste Stelle in seinem Leben und so erledigte sich alles, wie es sein sollte. Wenn du nämlich dem Christus gehörst, kannst du nicht stehlen, schlagen, Drogen nehmen, töten, betrügen, aber umgekehrt, du machst Gutes. Er beginnt ein problemloser Verurteilter zu werden, der mit seiner Einstellung positiv auf die anderen Verurteilten wirkt und damit ein Vorbild ist. Ich nenne noch ein anderes persönliches Ereignis. Ein Dienstreferent rief meine Kanzlei an und erzählte von einem ungewöhnlichen Verhalten in einer Zelle in der Abteilung mit problematischen Verurteilten. Bei der unregelmäßigen Kontrolle am Abend sah er durch das kleine Türfenster neun, vor dem Kreuz kniende, Verurteilte. Ich erklärte ihm, dass die Verurteilten am Samstag mindestens eine Stunde das 24-Stunden-Gebet beten.

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Foto: Gem. Dismas in der Kapelle der offenen Abteilung im Institut für den Vollzug von den Freiheitsstrafen und in der Haftanstalt Presov. Die Verurteilten bei den täglichen Gebeten und bei dem ununterbrochen 24-Stunden-Gebet am Samstag.  http://www.zvjs.sk/sk/koncert-skupiny-F6

 

Ein anderer Pädagoge erzählte mir von einer anderen Verhaltensänderung der Verurteilten von der Gem. Dismas ebenso in der Abteilung mit problematischen Verurteilten. Und zwar so, dass sich die Zahl der disziplinarischen Bestrafungen und körperlichen Angriffen auf das Minimum reduzierte. Und jetzt auch ein Geständnis von der anderen Seite – die Änderung des Aufsichtspersonals. Wir beten auch für sie. Ich war einmal mit den Jungs aus der Gospel Roma-Kapelle „F6“ in Sabinov. Ein Verurteilter kam zu mir und sagte, dass er mich von einem anderen Gefängnis kennt, wo wir uns vor zwei Jahren bei den Lobgebeten trafen. Er beobachtete das Gesicht eines Wachdienstes. Er hielt ihn für einen der schlimmsten bzw. der heimtückischsten Aufseher von dem ganzen Gefängnis. Er dachte, genau dieser Moment, meine Worte, Gebete und das Auftreten mit der Kapelle veränderten diesen Mann – die ganze Woche wirkte der Aufseher total verwandelt, freundlich und getroffen vom Heiligen Geist. Ein anderer Fall von einem Verurteilten – aufgrund seines guten Verhaltens wechselte er in die niedrigere Stufe der Bewachung und wurde automatisch in ein anderes Institut umgesiedelt. Wie später herauskam, erhöhte er dort die Zahl der Mitglieder der Gem. Dismas aus den Reihen von Verurteilten auf 12. Nach kurzer Zeit bat er uns, sie zu besuchen und andere Brüder im Gefängnis zu ermutigen. Nach Abfertigung aller Vorschriften, Dokumente, Daten und mit der Zustimmung des Priesters kam es zu einem Besuch. Am Ende der Lobgebeten, fragte ich dann die Anwesenden, ob jemand spüre, dass er sich zu den Mitgliedern der Gem. Dismas in den Gebeten anschließen wolle. Wichtig dabei ist nur eins: Wer so etwas wirklich empfindet und sich danach sehnt, solle die Hand heben. Dieses Handheben ist keine gewöhnliche Geste, sondern ein öffentliches Geständnis seines Glaubens an Jesus Christus sowie auch die Verpflichtung gegenüber Gott. In vielen Fällen kann diese Geste verursachen, dass der Verurteilte für einen Schwachen gehalten wird. Die anderen können ihn dann auch aus der Gruppe der „harten Männern“ aussortieren. Aber ich weiß, sie sind die Kämpfer in „Jesu’s Army“ und wissen, an wen sie glaubten. Nach meiner Frage haben dann mehr als die Hälfte der Verurteilten die Hand gehoben, etwa 50 Männer. Diesen Erfolg bereitete uns bestimmt die Gruppe der 12 Verurteilten mit ihren Gebeten. Ein wenig Hefe reichte, um den ganzen Teig zu gären. Lob sei dem Herrn.

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Foto: Ein Auszug aus dem Brief von Erik nach dem Besuch der Gospel Kapelle „F6“.

In dem Brief schreibt er: „… Jeden Freitag in Anwesenheit eines Priesters beten wir Rosenkranz für die Gem. Dismas. Es gibt dort etwa mehr als 50 Menschen, die sich mit ihren Anliegen anschließen. Dafür, dass ihr hier das erste Mal wart, habt ihr eine große Spur hinterlassen …“

Ich würde zu meiner vorherigen Frage zurückkommen: „Woher weißt du, dass sie wirklich konvertiert sind?“

Ein Bruder in Christus verbrachte 19 Jahre im Gefängnis. Bei seiner bedingten Entlastung wurden ihm 4 Jahre aus den gesamten 23 erlassen. Im Gefängnis fing er an, ein Ordensleben nach dem Kartäuser Orden zu führen. Das ist ein katholischer Orden mit strengen Regeln. Hier ein kleines Bild dieses Bruders, seinem schweren Kampf und dem Weg, wohin ihn dieser Kampf führte. Ich besuchte ihn nach vier Jahren in einem wohltätigen, christlichen Haus in Bratislava. Dort half er den Obdachlosen. Ich wollte mit ihm einen normalen Alltag verbringen. Ich wollte seine Umgebung sehen, seine Freunde sowie die Früchte seines Lebens der letzten vier Jahren in Freiheit. Nach meiner Ankunft in Bratislava, besuchten wir zuerst den Gottesdienst. Dann fuhren wir nach „Pentagon“ (ein Vorort von Bratislava, wo vor allem unanpassungsfähige Menschen wohnen, Obdachlose, Alkoholiker, Prostituierte, Drogensüchtige …). Er betreute diese Menschen. Wenn ich es nicht gesehen hätte, würde ich es nicht glauben. Vor meinen Augen stachen sich Drogensüchtige die Nadeln in alle Körperteile. Wenn sie „die Vene nicht treffen“ konnten, versuchten sie es später immer wieder. Inzwischen rief ihn eine Frau an und bat ihn, nach ihrem Partner zu schauen. An diesem Tag verweigerte man ihm wieder die Behandlung und er wurde aus dem Krankenhaus rausgeschmissen. Aber er kann nicht gehen und hat noch andere Diagnosen. Wir fuhren zu ihm. Er konnte ihn als Laie untersuchen und rief den Krankenwagen. Er wurde dann zum Schluss von dem Fachpersonal untersucht. Dann kehrten wir zurück ins Haus, wo gratis das Mittagessen für 120 Obdachlosen bereitet wurde. Sie können dort duschen, sich umziehen, essen … Er kocht selbst das Mittagessen, um die Kosten dafür zu sparen. Es sei denn, er ist irgendwo unterwegs bei den anderen, die ihn brauchen. Um 15.00 Uhr packt er seinen Rucksack und sammelt die ärmsten Obdachlosen, die im letzten Krebsstadium vom Krankenhaus entlassen wurden, sie sterben und niemand will sich um sie kümmern. Ich fragte ihn, was er mit ihnen mache. Er nahm mich in das oberste Stockwerk des Gebäudes mit, wo er Essen kochte. Dort befinden sich mehrere Zimmer, vielleicht 10. Wie ich sie durchquerte, weinte ich bitterlich. Menschen ohne Beine, im letzten Krebsstadium … Dieser Bruder gibt ihnen, was er kann … Er zieht sie von der Straße in dieses Haus, wäscht, pflegt, füttert sie und ruft den Priester … Und zum Schluss bringt er sie ins Grab. Und das alles mit LIEBE IM HERZEN – MIT CHRISTUS. Ich danke dem Gott für diesen Bruder. Und für den Tag, den ich mit ihm verbringen konnte. Auf dem Weg nach Hause fragte ich mich, wer so etwas schaffen würde und ob ich so einen Menschen kenne. Ich kenne wirklich einen. Es ist ein ehemaliger Verurteilter voller Eifer für den Herrn. Er ist ein Mann, den man bespuckte, verurteilte, aber er lernte Christus kennen, liebt und befolgt ihn. Was Christus sagte, verwirklichte er in seinem Leben mit großem Eifer.

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Foto: Das Lobgebet mit „Lamacske Chvaly“ während des Gottesdienstes im Institut für den Vollzug von Freiheitsstrafen in Dubnica nad Vahom. http://www.zvjs.sk/sk/lamacske-chvaly-v-ustave-dubnica-nad-vahom

Bei einem Besuch im Gefängnis in Dubnica nad Vahom mit der Gruppe „Lamacske Chvaly“ fragte mich Branislav Letko nach einem Verurteilten, Marek. Er solle auch die Bibelschule besucht haben und ist inzwischen freigelassen. Ich konnte mich aber überhaupt an keinen Marek erinnern. Ich hielt es für eine Verwechslung. Um mein Gedächtnis aufzufrischen, erzählte er mir eine Geschichte: Während seines Besuches in der Ostslowakei kam zu ihm eine Frau und fragte nach Marek. Sie traf ihn im Zug. In Leopoldov kam in die Zugabteilung ein Roma. Er stellte sich vor als ehemaliger Verurteilter und gerade entlassen worden. Sofort griffen alle nach seinen Taschen und wirkten wenig erschrocken. Das war Marek. Auf der ganzen Fahrt nach Poprad erzählte er ihnen über Jesus Christus und der Gem. Dismas. Ich konnte mich aber immer noch nicht an ihn erinnern. Doch dann im Gefängnis während des Lobgebets wurde mir klar, dass er es gewesen sein konnte. Er besuchte ab und zu die Bibelschule. Das wäre nichts Ungewöhnliches, aber merkwürdig war, dass ich ihn nicht ansprach, er kam vom selbst und vor allem gehörte er zu den Verurteilten, die sich oft prügelten, sich selbst verletzten und mit fragwürdigen Methoden die Ordnung verletzten. Ich war immer wieder überrascht, als er zu uns kam und fragte mich, warum. Einmal sprach ich ihn darauf an. „Warum kommst du hier her? Willst du uns diskreditieren, Sabotage treiben?“ Er antwortete mit „Nein“, er spüre nur, er solle die Bibelschule besuchen. Ich fragte ihn, ob es jemanden draußen gäbe, der für ihn beten könnte. Darauf erwiderte er sofort: „Ja, meine Schwester, sie lebt in einer Klostergemeinschaft und betet jeden Tag für mich.“ Meine Antwort darauf: „Siehst du, Marek, das ist die Antwort darauf, woher du so viele Gnaden bekommst. Durch ihr Beten. Um sich zu ändern.“ Er versprach, sich Mühe zu geben.

Einmal unterrichtete ich in der Bibelschule und spürte, die Verurteilten sollten auch ihre Verwandten, Kinder, Eltern, Freunde zu unserem 24-Stunden-Gebet einladen. Und auf diese Weise eine Einheit bilden. Denn Gott verbindet, aber der Teufel trennt. Ein Mitglied der Gem. Dismas, ein ehemaliger Drogensüchtiger, gesteht: „Ich rief meine Mutter an, damit sie sich zu unserem Gebet am Samstag anschließt. Wissen Sie, wie sie reagierte?“ Sie weinte ins Telefon: „Mein lieber Sohn, dafür bete ich mein ganzes Leben lang. Dass du mir so etwas sagst. Ich muss jetzt ins Krankenhaus, aber zu diesem bestimmten Zeitpunkt am Samstag werde ich für dich beten.“ Nächste Woche kam ein Brief von der Krankenschwester an. Seine Mutter ist gestorben. Als ich es ihm mitteilte, sagte er mir weinend: „Ich danke dem Gott für die Gebete von meiner Mama. Sie betete, dass ich mich ändere. Ihre Gebete wurden erhört, sie waren nicht umsonst. Gott hat sie gehört und ihre Wünsche erfüllt. So konnte sie im Frieden sterben.“ Joh 9, 31: „Wir wissen, dass Gott einen Sünder nicht erhört; wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er.“

Bei einem anderen Treffen der Bibelschule sagten mir einige Verurteilte: „Ich bin froh, im Gefängnis zu sein.“ Das konnte ich gar nicht verstehen: „Was redet ihr da? Wie könnt ihr froh sein, wenn ihr erst im Jahr 2034 frei gelassen werdet? Das ergibt keinen Sinn.“ Einer antwortete mit lauter Stimme: „Warum? Wenn wir im Gefängnis nicht gewesen wären, hätten wir Jesus Christus nicht kennengelernt. Draußen hatten wir für Ihn keine Zeit, wir haben Schlimmes getan, unsere Kinder geprügelt, Drogen genommen, die eigene Familie beraubt … Wir waren keine guten Menschen. Aber wir danken jetzt Gott, hier sein zu können, Jesus Christus kennengelernt zu haben. Wir danken dem Gott für diese Gnade im Gefängnis zu sein.“

Ich kann nur gestehen, dass ich ähnliche Antworten regelmäßig auch von anderen Verurteilten bekomme: „Ich danke dem Gott. Wenn ich im Gefängnis nur deswegen sitze, dann bin ich froh, denn Gott ändert all das Schlimme ins Gute, zu meinen Gunsten. Er ist ein guter Vater, Er liebt mich. Alles, was ich mache, will ich für seine Herrlichkeit machen.“

Hier drei Beispiele von Briefen, in denen die Verurteilten schreiben, wie froh sie sind, im Gefängnis zu sein. Lassen wir uns aber nicht irren, die Häftlinge wollen im Gefängnis nicht bleiben, sie sind froh aus dem Grund, dass sie die Strafe annahmen und die Gnade bekamen, Jesus Christus kennenzulernen.

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Foto: Briefabschnitt eines Verurteilten aus Plzen: „… Ich verbüße meine 12-jährige Strafe in Tschechien für Drogenschmuggel von Amsterdam nach Prag. Gerade bin ich im sechsten Jahr, sechstes Jahr der Gottes Gnade, das schreibe ich offen und ehrlich und danke dem Herrn, dass Er mich vor der Zerstörung gerettet hat und mich zu dem Leben rief.“

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Foto: Briefabschnitt eines Verurteilten aus Banska Bystrica: „… Ich bin schon 4 Jahre und 2 Monate im Gefängnis. Draußen besuchte ich nie die Kirche. Den Weg zu Gott habe ich erst hier, in Banska Bystrica, gefunden. Ich danke unserem Kaplan Lubos und dem großartigen Michal aus der Gem. Dismas.“

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Photo: A part of a letter from Braňo, who also claims, that, ‘Many times I think about it, I even say it’s good I was imprisoned, because if it wasn’t for this, I would probably never turn to the Lord,…

Foto: Briefabschnitt von Branislav: „… Oftmals denke ich darüber nach, ich erzähle sogar darüber, dass es gut für mich ist, im Gefängnis zu sitzen. Ohne dies hätte ich wahrscheinlich den Weg zu unserem Herrn niemals gefunden.“

Nach der einjährigen Dauer der Bibelschule konnte ich sie auch für die lebenslang Verurteilten eröffnen. Direkt bei dem ersten Treffen konnte ich mir dieses Zeugnis von einem lebenslang Verurteilten anhören. Er war mit der Veröffentlichung einverstanden. Ich kannte ihn nicht persönlich. Er erzählte: „… Ich sitze schon lang im Gefängnis und es tut mir sehr leid, was ich getan habe. Ich habe den Gott ehrlich gebeten, mir zu verzeihen. Ich glaube, Er hat mir verziehen. Aber mit meiner Tat habe ich jemanden sehr verletzt und ich wollte mich versöhnen und um die Verzeihung bitten. Deswegen habe ich meiner Schwiegermutter geschrieben und bat sie um Verzeihung. Ich habe ihre Tochter und ihre drei Enkelkinder umgebracht. Wissen Sie, was sie mir zurückgeschrieben hat? Sie verzeiht mir und betet für mich. Sie hat mich sogar besucht. Wir sind jetzt im Kontakt.“

Ich muss noch dazu sagen, dass er nun über mehrere Jahre lang ein großes Bild vom „letzten Abendmahl“ stickt. Das will er seiner Schwiegermutter für ihr großes Herz schenken. Herz, das nur Gott ändern konnte.

Ich möchte noch paar ehemalige Verurteilte erwähnen, die entlassen wurden. Mindestens acht von ihnen sind bis jetzt ordentlich angestellt und führen ein klassisches Leben. Statistisch gesehen, ist es ein 100%iger Erfolg. Dafür können wir nur unserem Herrn, Jesus Christus, danken. Es ist nicht immer leicht. Ich treffe mich auch mit Jaroslav Jarab. Er verbrachte 22 Jahre im Gefängnis, jetzt lebt er seit 3 Jahren in Freiheit. image043

Foto: Besuch von Jaroslav J. in seinem Wohnsitz bei der Übergabe der Kleider.

Jaro rief mich an und bat um Kleidung für die Kinder, die er betreut. So besuchten wir ihn und brachten einige Säcke mit Kleidern mit. Seit drei Jahren arbeitet er in einer Firma. Er verdient nicht viel, aber Bescheidenheit und die Arbeit verbunden mit der Liebe zu Christus bedeuten mehr als das, was die Welt uns bietet.

Ein anderer ehemaliger Verurteilter, Jozef Strbavy, verließ das Gefängnis in Leopoldov im August 2018. Er wurde als Fahrer für Amazon angestellt. Täglich steht er um 3.00 Uhr auf, um zu beten. Um 6.30 besucht er den Gottesdienst und dann geht er in die Arbeit. Als er mir das erzählte, dachte ich mir, da sollte ich an mir arbeiten. Ich stehe auch früh auf, bete den Rosenkranz, besuche den Gottesdienst, aber so früh? Lob sei dem Herrn! Ich segne dem Jozef, er solle dabei ausharren. Es machte mir große Freude.

Psalm 5, 4: „Herr, am Morgen hörst du mein Rufen, am Morgen rüst ich das Opfer zu, halte Ausschau nach dir.“

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Foto: Jozef Strbavy mit Marian Kuffa während des Gesprächs über die Gem. Dismas.

Als ich mit der Bibelschule im Gefängnis in Leopoldov begann, suchten wir einen guten Gitarristen. Es wurde mir einer empfohlen, ein sehr leichter Christ, genannt „Weltmeister“. Er spielte einen „Gangster“, der überall war, alles sah und wusste. Ich sprach ihn trotzdem an. Er hatte keine Probleme damit, auch Psalmen zu spielen. So luden wir ihn regelmäßig zu unseren Treffen ein. Nach einem halben Jahr fragte ich ihn nach seiner Beziehung zu Gott. Er antwortete, er beschäftige sich nicht damit, er komme zu uns nur um Gitarre spielen zu können und er wolle aus der Zelle raus. Zwei Wochen vor seiner Entlassung überraschte er mich mit seinem Geständnis. Er sei ein Obdachloser, Drogensüchtiger, stehle, wenn er frei sei, habe Hepatitis C und während seiner Haftstrafe hatte er kein Geld, um sich im Krankenhaus in Trencin behandeln zu lassen. Sein Geld reiche ihm nur für die Fahrt nach Bratislava und er wisse nicht, wohin zurückzukehren. So … Ich wusste, was er sagen wolle: Euer Gott möge mir jetzt helfen. Die Verantwortung drang mich durch, wir beteten für ihn, baten Jesus um die Lösung. An dem Tag seiner Entlastung fuhr er mit seinem letzten Geld bis nach Wien. Er konnte Deutsch sprechen und wollte dort Arbeit finden. Er fand aber nichts. Ihm wurde klar, mit seinem Aussehen als tätowierter, abgemagerter Drogensüchtiger, gerade entlassen aus dem Gefängnis, sind seine Chancen für eine Arbeitsstelle sehr gering. Plötzlich erinnerte er sich an Branislav Letko. Branislav hilft den Entlassenen im Rahmen seiner Möglichkeiten. So rief er Branislav an. Sie beteten zusammen. Anschließend gab ihm Branislav eine Nummer mit dem Hinweis, dort nochmal nach der Arbeit zu fragen. Ganz frustriert und verzweifelt rief er die Nummer an. Es meldete sich eine slowakische Stimme, weil dort meistens slowakisch sprechende Menschen arbeiten. Und seitdem hat er die Arbeit. Nach einiger Zeit bekam er vom Herrn ganz unerwartet ein eigenes Zuhause, ein Haus. Momentan arbeitet er in Incheba in Bratislava und versucht ein ordentliches Leben, nach dem Vorbild von Jesus Christus, zu führen.

Ich erwähne noch einen ehemaligen Verurteilten. Er verbüßte seine Strafe im Justiz Palast in Bratislava und gründete dort die Gem. Dismas. Es ist uns leider nicht gelungen, auch nach vier Jahren unserer Tätigkeit, dorthin zu kommen. Gründe dafür sind nicht wichtig. Wichtig ist, dass der Herr den Weg über diesen Mann dorthin fand und so begann man auch in dem Gefängnis in Bratislava zu beten.

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Foto: Ein Teil aus dem Brief eines Angeklagten aus der Haftanstalt in Bratislava. Er war ein Mitglied der Gem. Dismas und übernahm die Leitung nach der Freilassung von Jozef Siska. In dem Brief schreibt er, er bete täglich für die Gem. Dismas zusammen mit anderen 22 Mitgliedern um 22.00 Uhr.

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„Ich bin kein Priester oder Vorgesetzter, aber ich bemühe mich, die Gemeinschaft zu führen. Bei dem täglichen Beten um 20.00 Uhr sind wir insgesamt 8-10, maximal 22 Teilnehmer aus der Gesamtanzahl von 48 (wenn wir alle da sind). Wir spüren die Kraft Gottes und waren direkt Zeugen eins Wunders, als sich erfüllte, was niemand erwartete.“

Hier noch paar interessante Reaktionen hinter den Gefängnismauern:

Unsere Bibelschule fand regelmäßig meistens nachmittags in der Kapelle in Gefängnis Leopoldov statt. Die meisten Verurteilten arbeiten bis 15.00 Uhr. In dieser Zeit am Nachmittag gibt es für sie überwiegend Spaziergänge oder auch sehr beliebtes Fußballspielen auf dem Spielplatz. Und genau zu diesem Zeitpunkt konnte man auch die Bibelschule besuchen. Alle Kurse sind freiwillig, jeder entscheidet selbst, an welchem Kurs er teilnehmen möchte – entweder das Fußballspielen (ist nicht regelmäßig, manchmal wartet man darauf sogar ein Monat darauf) oder die Bibelschule in der Gem. Dismas. Zu meiner Überraschung wählten sie meinen Kurs. Für mich persönlich hat es eine große Bedeutung, weil sie von meinem Kurs keinen „Vorteil“ hätten, bzw. keinen weltlichen Vorteil, wie z. B. die disziplinarische Belohnung, usw. Sie kamen dorthin wegen der Gemeinschaft der Christen, Lesung aus der Heiligen Schrift, dem Lobgebet, Rosenkranz und dem Wort Gottes.

Einmal ging ich mit den Verurteilten zu unserem Kurs durch die Spazierganghöfe (siehe Foto unten). Einer von den Häftlingen begann nach mir zu schreien: „Wo führen Sie sie hin?“ Er wusste schon die Antwort, er wollte nur provozieren. Ich kam zu ihm mit der Antwort: „Stell dir vor, ich komme zu dir in die Zelle und sage, ich habe eine gute Nachricht für dich. Was denkst du, was könnte es sein?“ Er antwortete; „Ich soll alles zusammenpacken und nach Hause gehen, weil ich frei bin.“ Ich erwiderte: „Eigentlich nicht, wir werden über das Evangelium reden, was fröhliche Botschaft bedeutet. Botschaft darüber, dass sie ewiges Leben mit Christus haben können. Nicht nur sie, sondern auch du, wenn du daran glaubst.“ Röm 5, 20: Das Gesetz aber, ist hinzugekommen, damit die Übertretung mächtiger werde; wo jedoch die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden.

Korrespondenz der Verurteilten - Zeugnisse

Vor mehr als zwei Jahren fragte ich den Herrn, was ich machen solle, damit wir die Verurteilten besuchen und ermutigen können und uns so im Gebet vereinigen. Ich will damit nicht sagen, dass dies die Priester in einzelnen Gefängnissen nicht tun. Im Gegenteil, sie tun es. Dank dem Herrn für sie und ihre Arbeit, der Herr soll sie segnen. Das Alles schreibe ich jetzt als Unterstützung ihres Dienstes, als Unterstützung für den Aufbau des Reiches Gottes unter den Häftlingen. Mein Anliegen ist es, sie zum lebendigen, in der Eucharistie gegenwärtigen, Christus zu führen.

Als ich am 03.03.2015 an einer Sitzung der Synode des Ordinariats der Streitkräfte der Slowakischen Republik teilnahm, wurde viel darüber gesprochen, wie die Laien zum Aufbau des Reiches Gottes beitragen sollen. Erst als ich diese Dokumente (Dokumente der Synode des Ordinariats der Streitkräfte und des Korps der Slowakischen Republik) im Nachhinein las, inspirierten sie mich. Insbesondere § 118, der folgend lautet: „Die Mitglieder des Ordinariats üben ein bestimmtes Apostolat in den einzelnen Organen aus. Dieses Apostolat hat seine Unterschiede. Daher wird von den Laien des Ordinariats verlangt, neue, oft einzigartige Wege und Möglichkeiten zur Durchführung des Apostolats zu suchen.“ § 125 besagt: „Die Mission, die Jesus Christus der Kirche anvertraute, richtet sich an alle Menschen und die ganze Welt. Auch die Laien des Ordinariats bemühen sich auf verschiedene Weise die Mission der Kirche, entsprechend ihren Fähigkeiten und ihrer Berufung, zu unterstützen.“ Und §133: „Die Mitglieder des Ordinariats bemühen sich um die tägliche Verwirklichung der Werke der körperlichen und geistlichen Barmherzigkeit. Vor allem in der Familie, an Dienststellen, bei Militäreinsätzen, bei dem Umgang mit Häftlingen, Festgenommenen, Inhaftierten, Opfern von Straftaten sowie bei Rettungseinsätzen. Die Mitglieder des Ordinariats denken bei der Ausübung ihres Berufes stets an die Würde des Menschen.“

Und gerade die persönliche Briefkorrespondenz mit Häftlingen war eine der Antworten darauf, wie man Gottes Kinder auch über die Gefängnismauer hinweg vereinigen kann. Denn auch im Gefängnis sitzen Gottes Kinder. Dieses Kapitel konzentriert sich auf die Korrespondenz der Verurteilten, die im Gefängnis waren oder sind und zu der Gem. Dismas gehören. Korrespondenz mit Häftlingen bedeutet nicht nur die individuelle Beantwortung der Briefe, sondern auch der regelmäßige Versand des Newsletters zweimal im Monat.image051

 Foto: Titelseite des Newsletters Nr. 18 (das Bild über die ganze Seite stellen)

These newsletters involve news about events where the Dismas members were serving, such as visits to prisons, festivals, meetings with church leaders, charities, visits to the radio and television etc. It also includes information on holy masses, which were and will be celebrated on behalf of the community Dismas, testimonies of members of the community Dismas, observations, interesting facts, a few selected letters of encouragement for other members and finally short teachings of church scholars, saints, as well as the current Holy Father, Pope Francis.

I know that you have already read a few letters, but I would like to share with you some other parts of the letters of convicts that were sent to the Dismas community, which is about 100 letters per month. We respond to each letter separately. I would start with one of the first letters that the Dismas community received.

 

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Der Inhalt dieser Newsletters stellt sich zusammen aus den Veranstaltungen, an denen die Mitglieder von Dismas teilnahmen. Dazu zählen die Besuche von Gefängnissen, Festivals, Treffen mit Kirchenvertretern und Wohltätigkeitsorganisationen, Besuche im Radio und Fernsehen usw. Der Newsletter enthält auch Informationen über die Gottesdienste, die für die Gem. Dismas abgehalten wurden und werden. Des Weiteren auch Zeugnisse von Mitgliedern der Gem. Dismas, Beobachtungen, interessante Informationen und ein paar ausgewählte Briefe zur Ermutigung der anderen Mitglieder. Außerdem findet man dort noch kurze Belehrungen der Kirchenlehrer, Heiligen sowie vom Papst Franziskus.

Mir ist bewusst, dass Sie einige Briefe bereits gelesen haben, aber trotzdem möchte ich Ihnen noch einige Briefabschnitte der Häftlinge darstellen. Gem. Dismas empfängt pro Monat ungefähr 40 bis 50 Briefe und jeder Brief wird persönlich beantwortet. Ich beginne mit einem der ersten Briefe, den die Gem. Dismas erhalten hat.

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Foto: Teil des Briefes eines Häftlings aus Leopoldov, der durch die Bibelschule unseren Herrn Jesus Christus kennenlernte. Anschließend schrieb er dann einen Brief an seine Familie. Briefwortlaut: „Herr Lehrer, wissen Sie, was passiert ist! Meine Mutter und meine Schwester haben mir geschrieben, dass ich verrückt geworden bin! Wegen meinem Glauben. Und sie fragen, wer mir beigebracht hat, die Bibel zu lesen. Sie schrieben, dass in der Bibel nur Blödsinn stehe! Und dass ich die Bibel nicht lesen solle !!! Sonst schmeißen sie mich raus !!! Aus dem Haus !!! Aber ich werde nicht aufgeben !!! Niemals !!! Meinen Glauben werde ich nicht aufgeben, weil ich Ihn liebe !!! Weil ich Jesus Christus liebe !!! Sie sollen schreiben, was sie wollen! Ich würde sogar auch mein Leben für unseren Gott opfern !!! Aber meine Familie sieht nicht, dass sie unserem Gott für alles danken kann!“

Manchmal bekommen wir auch Briefe, in denen die Häftlinge über ihre Freizeit schreiben.

Manche Verurteilte der Gem. Dismas evangelisieren ihre Mithäftlinge sogar während ihrer Spaziergangrunden.

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Foto: Teil des Briefes von Stefan, Pavol sagt bei der vierten Runde: „Herr, ich kann nicht mehr, es tut weh, aber du läufst für mich!! Wer hat gewonnen? Na Er und Pavol mit Ihm.“

Das musste ein toller Marathon gewesen sein, ich wäre gerne dabei. Und wenn Sie sich darüber den Kopf zerbrechen, wer mit „Er“ gemeint war, es war der Herr.

Wortlaut des Briefes: „Was passiert ist: Pavol startete den Lauf mit einer Schwellung am Fuß. Er konnte nicht einmal seinen Turnschuh richtig zuschnüren. Ich sagte zu ihm: „Pavol, Jesus für Dismas.“ Und immer nach jeder Runde winkte ich ihm mit erhobener Hand zu und betete für ihn. Bei der vierten Runde sagte er: „Herr, Herr, ich kann nicht mehr, es tut so weh, aber du läufst für mich!!“ Wer hat gewonnen? Na Er und Pavol mit Ihm. Nochmals – Lob sei dem Herrn!“ Nun möchte ich einen Brief zeigen, der nach der Evangelisierung in einem tschechischen Gefängnis in Rynovice bei uns angetroffen ist.

     

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Foto: Teil des Briefes aus dem Gefängnis von Rynovice, geschrieben von einem zur lebenslangen Haft verurteilten Häftling. In seinem Brief dankt er für die Zusendung unseres Magazins „Nahlas“ sowie für all die christlichen Aktivitäten, die wir für Häftlinge organisieren. Er gratulierte uns zum Jahrestag der Gründung von Dismas, wünschte uns viel Segen und dankte für unsere Gebete.

Wortlaut des Briefes auf Slowakisch: „Liebe Grüße in die Slowakei. Ich danke dir, dass du dich an mich erinnert hast und auch für die Zusendung des Newsletters mit eueren Aktivitäten, die ihr veranstaltet, sowie für euer Magazin Nahlas. Ich muss zugeben, ich war sehr überrascht über euer umfangreiches, christliches Engagement. Hut ab für alles, das du für deine gläubigen Brüder tust. Ich bewundere auch deinen Einsatz und deine Aufopferung. Ich verstehe nicht, woher du die Energie dafür nimmst. Zusätzlich möchte ich auch noch der Gem. Dismas zum Jubiläum gratulieren. Ich wünsche dir viel Glück an allen Fronten, schließlich ist es in den Gefängnissen ein etwas anderer Kampf. Für die Zukunft viele Siege in Kämpfen gegen die menschlichen Schwächen. Sie sind dafür verantwortlich, dass Menschen im Gefängnis landen. Vielen Dank auch für das Gebet, das du beim letzten Konzert der Band Lamacske Chvaly im Gefängnis in Rynovice für mich gebetet hast. Es war eine interessante und vor allem eine neue Erfahrung für mich. Ich wünsche euch viel Erfolg bei den beiden angekündigten Gottesdiensten für die Gem. Dismas außerhalb des Gefängnisses. Und nochmals vielen Dank für deine Aufmunterung, denn davon kann man nie genug bekommen. Halte durch und mach so weiter. Ein Sympathisant mit seinen christlichen Brüdern.“

Ich möchte kurz innehalten und ein Ereignis beschreiben, das uns am 01.05.2019 mit Lamacske Chvaly im Gefängnis von Rynovice passierte. An dem Tag sollte eine Dokumentation über die Evangelisierungen in Gefängnissen mit LCH (Lamacske Chvaly) und Dismas gedreht werden. Dabei sollte auch eine einzigartige CD-Aufnahme entstehen. Jetzt aber alles der Reihe nach:

Am 01.05.2018 haben wir vom Direktor, Mag. Vlastimil Kriz, eine Einladung für ein weiteres Konzert im Gefägnis Rynovice erhalten (Gem. Dismas zusammen mit Lamacske Chvaly). Das Datum für dieses Konzert (es handelt sich eigentlich um kein Konzert, sondern um das Lobgebet) war genau in einem Jahr, also am 01.05.2019. Vorläufig haben wir diese Einladung bestätigt.

Plötzlich passierte am Anfang des Jahres 2019 nach Absprache mit dem Direktor und nach vielen Gebeten etwas, das in all den 4 Jahren noch nie vorgekommen sei. Der Direktor teilte mir mit, dass ich für den Besuch auch meine eigenen Kameras und das nötige Zubehör mitbringen könne. Wir waren alle begeistert und fuhren mit drei Autos voller professioneller Ausrüstung nach Tschechien, um dort einen Dokumentarfilm zu drehen.

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Am Morgen des Konzerttages begannen wir im Glauben an keinen Regnen mit dem Aufbau der Geräte, da es laut Meteorologen und mobilen Applikationen an dem Tag doch regnen sollte. Als die Kameramänner ihre Kameras vorbereiteten und die Jungs ihr Equipment für den Lobgesang auspackten, war der Himmel bereits ziemlich bewölkt. Da habe ich Frantisek Hunka genommen und wir gingen zusammen beten. Während wir beteten, begann es zu regnen. Die Jungs von LCH und die Kameramänner haben schon alles ausgepackt. Man sollte noch eine Tonprobe absolvieren, ansonsten war alles bereit und die ersten Verurteilten konnten ihre Plätze einnehmen.

Wir gingen um den Spielplatz herum und beteten. Nach 10 Minuten langem, ununterbrochenem Gebet fing es an noch mehr zu regnen. Zu dieser Zeit deckten die Männer bereits ihre Ausrüstung und die Kameras ab, aber sie räumten sie nicht weg. Wir beteten im Glauben weiter, sogar noch intensiver. Branislav blies auf sein Horn und andere spielten laut auf die Trommeln. Alle beteten zusammen, dass der Sturm im Namen Jesu Christi nachlässt. Wir fuhren nämlich nicht umsonst 3.500 km mit drei Autos, nur damit uns der Teufel unser Werk zerstört. Und nach fünf Minuten begann die Sonne über uns zu scheinen.

Foto: Gefängnis in Rynovice, der Laufhof nach dem Regen, wo das Lobgebet stattfand. Schauen Sie sich den Schatten an. Dort teilten sich die Wolken und die Sonnenstrahlen schienen durch! Das Foto wurde noch während des Rosenkranzgebets erstellt. Links: Frantisek Hunka.

Ich erinnere mich noch, als ich während des Lobpreises ein zweites Zeugnis erzählen wollte, hielt mich eine Angestellte an, mit der Bemerkung, dass man die Christen in Gefängnissen für „naiv“ halte. Auf der Bühne, beim Erzählen über Gottes Taten in den Gefängnissen, fielen mir die Worte eines Exorzisten ein, bezüglich der Naivität der Christen. Also erzählte ich den Männern über einen Vorfall, der bei einem Exorzismus passierte. Nachdem dieser Exorzist einmal einen Dämon austrieb, fand er heraus, dass er denselben Dämon bereits vor einigen Monaten aus dieser Person ausgetrieben hatte. Er fragte den Dämon, wie es möglich sei, dass er zurückgekehrt war. Und der Dämon sprach zu ihm: „Weil sie naiv und dumm sind!“ Und dann verstanden auch die anderen, wer in Wahrheit naiv und dumm ist.

Ich trage ein T-Shirt mit der Aufschrift auf der Vorderseite „Wir sind Narren für Christus“ (1 Kor 4, 10). Einmal gingen zwei Männer an mir vorbei. Der eine sagte zum anderen: „Hast du gesehen, was auf seinem T-Shirt stand?“ Der andere drehte sich um, bemerkte aber nur die Rückseite meines T-Shirts mit der Aufschrift: „Für wen spielst DU den Clown?“. Und diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Ich frage die Verurteilten: „Wie hast du geantwortet? Bist du dir sicher mit deiner Antwort?“ Und das ist genau das, womit sich die Häftlinge täglich auseinandersetzen. Man findet dies an mehreren Stellen in der Heiligen Schrift. Auch wenn sie dich als Narren bezeichnen, für dich aber Gott deine höchste Priorität ist, beginnst du deshalb keinen Streit. 1 Kor 1, 18: Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft.

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Foto: Teil des Briefes von Gabo, den wir nach der Beziehung zu der Mutter seiner Kinder fragten. Die Antwort hat mich positiv überrascht. Nun möchte auch der Häftling aus Hrnciarovce mit Gottes Segen leben. Wie er selbst in seinem Brief schreibt, beschlossen er und seine Gefährtin, nach seiner Freilassung kirchlich zu heiraten.

Wortlaut des Briefes: „Ja, Bruder Michal, bisher ist sie nur meine Gefährtin. Wir beide (sie und ich) sind entschlossen, gleich nach meiner Freilassung im Haus Gottes zu heiraten, damit Er unsere Ehe segnet, damit wir nicht in Unzucht leben müssen. Es ist unser Traum und den wollen wir erfüllen. Bruder Michal, Sie dürfen auf unserer Hochzeit nicht fehlen, ebenso wie Lamacske Chvaly, Branislav Letko und andere Brüder. Es ist mir eine Ehre, Sie einzuladen. Es wird eine gute Party sein.“

Manchmal bekommen wir auch Briefe von Häftlingen, die uns auch auf die konkrete Evangelisierung im Gefängnis aufmerksam machen.

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Foto: Teil des Briefes eines Häftlings aus Dubnica nad Vahom. In seinem Brief schreibt er, wie er vor dem Mittagessen immer betet. Er hatte einmal nicht viel Zeit mit seinem Mithäftling zu sprechen und so lieh er ihm einfach mehrere Newsletter zum Anschauen aus. Nach kurzer Zeit bei dem Wiedersehen sagte der Andere, dass er angefangen hatte zu beten.

Der Brief lautet: „Beim Mittagessen sagte ein Mitgefangener zu mir, er habe beobachtet, dass ich immer vor dem Essen und auch den Rosenkranz bete. Wir konnten sofort ein Gespräch führen. Ich fing an mit ihm über die Gem. Dismas zu sprechen, dass jede Woche eine 24-stündige Anbetung mit verschiedenen Gebetsabsichten abhalten sei und dass er sich uns anschließen könne, wenn er möchte. Nach dem Mittagessen lieh ich ihm einige Newsletter zum Lesen aus. Und heute, am 30.06.2019, als ich die Newsletter bei ihm abholte, sagte er mir, dass er von 22.00 Uhr bis 23.00 Uhr betete.“

Dismas empfängt auch verschiedene Anregungen für öffentliche Veranstaltungen, an denen die Verurteilten teilnehmen möchten, auch wenn sie nicht persönlich vor Ort sein können (wie z. B. die Pro-Life- Veranstaltung). Gem. Dismas betet und manche auch fasten in Gedanken an die Veranstaltung für die Rettung des menschlichen Lebens.

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Foto: Brief von Stefan, in dem er andere Häftlinge bzw. alle Mitglieder der Gem. Dismas zum Gebet und Fasten auffordert, mit der Gebetsabsicht für die Pro-Life-Veranstaltung in der Slowakei. Diese Veranstaltung fand am 22.09.2019 statt.

Wortlaut des Briefes: „Gleichzeitig möchte ich dich (Sie) bitten, die Organisatoren dieser Veranstaltung darüber zu informieren, dass bisher etwa 200 Menschen ihre Teilnahme an dieser Veranstaltung mit ihren Gebeten und Fasten bestätigt haben. Diese Menschen appellieren an alle anderen, sich auch anzumelden und teilzunehmen. Ergreifen Sie die Initiative und melden Sie uns an, denn wir beten und fasten alle gemeinsam. Und ich hoffe, dass sich unsere Anzahl noch erhöht. Diese Veranstaltung wurde auch von Papst Franziskus unterstützt und persönlich gesegnet.“

Diese Tatsachen habe ich offiziell in die Gebets- und Fastenabsichten der Gem. Dismas miteinbezogen und hoffe, dass diese nun auch ihre Früchte brachten.

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Foto: Zeugnisabgabe über die Gem. Dismas bei der Pro-Life-Veranstaltung in Bratislava am 22.09.2019. Die ganze Veranstaltung wurde von TV LUX live auf Facebook übertragen. Während meiner Rede erwähnte ich auch, dass die Häftlinge jeden Tag für dieses Ereignis beteten und fasteten. Ich erwähnte auch ein Zeugnis über die Mutter Gottes. Bis zu 50.000 Menschen nahmen an diesem Pro-Life-Event teil.

 

Zeugnis eines zur lebenslangen Haft verurteilten Häftlings: Die Reinheit des Körpers

Ich möchte, dass diese Worte nicht zu meinem Lob, sondern zu dem Lob Gottes dienen, für all das, was er für mich und in mir tut. Du weißt, wie es mit meiner Reinheit steht! Mit Gottes Hilfe konnte ich die Reinheit meines Körpers bewahren. Ebenso betete ich Anna Kolesarova an, für ihre Fürsprache im Himmel. Früher, noch als Kind, war ich immer auf der Suche nach der Schönheit der Frauen. Ich sammelte Bilder von Frauen sowie auch von Mädchen in Unterwäsche. Als Kind habe ich die Mädchen überredet, sich auszuziehen und zu zeigen, was ich nicht hatte. Ich war ein Spekulant und einfallsreich und so habe ich die Mädchen immer dazu gebracht, sich zu entkleiden. Heute schäme ich mich dafür und bin angewidert. Als ich älter wurde, kaufte ich mir und schaute mir Erotik-Zeitschriften sowie Porno-Videos an (ich befriedigte mich selbst). Jetzt weiß ich, dass es abscheulich und dreckig war. Ich ersetzte jetzt die kurzfristige Freude, Lust und den Sexualgenuss mit der Heiligen Schrift, unserem Erlöser und dem Gott – unserem Vater. Ich wechselte diese Freude des Körpers und der Welt für das Himmelreich sowie für den Seelenfrieden. Mein Körper war für mich mein Abgott. Erst jetzt bilden sich in meinem Inneren Schuldgefühle und das Gefühl von Verrat. Sogar während der Vollstreckung meiner Strafe befriedigte und provozierte ich mich selbst, sah mir pornografische Zeitschriften an und spielte in Gedanken mit perversen sexuellen Gelüsten.

Ich schäme mich dafür. Ich habe meinen Retter, Jesus, verletzt, der auch für diese Sünden gegen die Reinheit des Körpers gekreuzigt werden musste. Auch ich habe also meinen Retter gekreuzigt, was mir sehr leid tut. Ich bitte Ihn um Vergebung, Barmherzigkeit und danke Ihm für alles. Besonders für seine Liebe und Gnade. Trotz meiner Sünden, mit denen ich Ihn verletzt habe, liebt er mich. Warum? Weil Er mich so sehr liebt, dass er sein Leben für mich hingegeben hat. Er wurde gekreuzigt für einen Sünder wie ich es bin, nur damit ich mich über das ewige Leben freuen kann. Dafür danke ich Ihm, ebenso für die Gnaden, die mich vor den Sünden weiterhin schützen.

Meine lieben Brüder und alle, die mein Zeugnis lesen, hören werden sowie auch diejenigen, die gleiche Probleme haben wie ich hatte, für euch alle will ich nur eins schreiben, sagen: „Reinheit des Körpers zu bewahren ist schwer, aber schön.“ Heute weiß ich es. Gottes Königreich zu erobern ist auch schwer, Gottes Königreich gehört den Starken, die ihn erobern wollen und die in der Gemeinschaft der Starken sein wollen – in der Gemeinschaft der Heiligen in Ewigkeit.

Ich danke der seliggesprochenen Anna Kolesarova. Als ich sie um die Hilfe bat, begriff ich, dass meine Reinheit des Körpers nicht mehr beschmutzt sei. Ich begann Frauen als Schwestern, Freundinnen zu betrachten. Nicht als Objekte der Begierde und Aufregung. In der Vergangenheit war es für mich unmöglich, denn ich sah jede Frau als ein Sexualobjekt an. Und das alles nicht nur mit den Frauen!

Was kann man dazu noch sagen meine lieben Brüder, Schwestern, Freunde? Auch Jesus selbst spricht von der Reinheit des Körpers. Wer sie nicht einhalten kann, sollte heiraten und treu bleiben. Und jeder solle sich Jesus Worte aus dem Evangelium merken (Mt 5, 27-28): „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.“

„Lieber Bruder, gib zu, wie oft hast du eine Frau leidenschaftlich angeschaut? Und du liebe Schwester, wie oft war es bei dir?“ Gib es zu. Du musst es nicht öffentlich machen. Es reicht Mut zu fassen, zur Beichte zu gehen, beichten und nicht mehr sündigen. Bestimmt ist es nicht leicht, aber der, der sich bemüht, gewinnt auch den Kampf. Ich weiß, wovon ich spreche.

Ich muss aber zugleich sagen, was in der Bibel steht: „Wer steht, sollte aufpassen, um nicht hinzufallen … Wo jedoch die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden“. (Röm 5, 20) Bitte den Christus, um die Gnade auf dem Weg der Erlösung zu beharren. Ein Aufruf zur Moral in Lev 18, 20: „Der Frau deines Stammgenossen darfst du nicht beiwohnen, du würdest dadurch unrein.“ Und auch für diese Zeiten passend: „Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft, das wäre ein Gräuel.“ (Lev 18, 22)

Warum schreibe ich es eigentlich? Ich weiß es selbst nicht, aber spüre, dass ich es schreiben sollte und damit so ein Zeugnis ablegen muss. Ich habe gegen das sechste Gebot gesündigt. Ich verzichte darauf, was meine Reinheit des Körpers trüben könnte. Es funktioniert mit der Hilfe von Gnaden und Jesus Christus. Ich bat Ihn, mir zu helfen, meine Sexualität zu heilen.

Ich bat auch Anna Kolesarova um Fürbitte, um meine Reinheit des Körpers zu bewahren. Jetzt bin ich glücklich, dass ich es geschafft habe und nicht mehr sündige. Jesus gibt mir die Kraft und ich bin dafür dankbar. Das ist die Leistung von Jesus Christus, nicht meine.

„Mein Herr, ich danke Dir für die Reinheit des Körpers und bitte zugleich um Beharrlichkeit, sie zu bewahren. Das opfere ich Dir, das schenke ich Dir, für die Heilung derjenigen, die darunter leiden und diese Sünde begehen. Jesus, ich liebe Dich. Amen.“ Ich bin auch ein Mitglied von Dismas, ich war bei der Gründung von Dismas im Gefängnis in Leopoldov dabei. Mein Dank geht auch an den Michal Libant. Er lud mich in diese Gemeinschaft ein und zeigte, wie es ist, glücklich zu sein, trotz des Aufenthalts im Gefängnis und meiner lebenslangen Haftverurteilung. Dieses Glück besteht in Liebe, Gott ist die Liebe, Jesus ist die Liebe. Mit Jesus überwindest du alles. Jeder solle darüber nachdenken, ich sage es auch dir, lieber Christ …

Überlege dir, was du Jesus, dem Erlöser, anbieten und schenken könntest. Beginne mit der Reinheit deines Körpers, sündige nicht. Ich, als einer zur lebenslangen Haft Verurteilter, bitte dich, tu es und schenke es Jesus!

Es hat mich viel Zeit gekostet, dieses Zeugnis zu schreiben. Ich wollte es schon früher schreiben, aber vielleicht aus Scham, Stolz, oder dass der Teufel mich daran hinderte, schaffte ich es nicht. Ich weiß es selber nicht! Aber jetzt ist es da und ich wünsche mir, dass es weiterverbreitet wird. Lass es alle wissen, die es erfahren sollen. Ich überlasse es dem Gott, denn es ist für den Lob des Vaters, seines auferstandenen Sohnes Jesus Christus in der Einheit mit dem Heiligen Geist. Zeugnis eines zur lebenslangen Haft verurteilten Häftling „Ein reuiger Sünder Juda hinter den Gittern“. Gott segne dich, Robert Cacko

Hier ein Beitrag als Reaktion auf dieses Zeugnis:

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Foto: In diesem Brief reagiert ein anderer Verurteilter auf dieses von Robert abgegebenes Zeugnis der Reinheit. Er gesteht, dass sich damit viele durchkämpfen und Robert für ihn ein großes Vorbild ist. Er prophezeite ihm auch, dass Gott ihm die Zelle öffnen werde und er frei sein wird.

Wortlaut des Briefes: „Dieser lebenslanger Verurteilter und sein abgegebenes Zeugnis … Damit kämpfen wir alle. Für mich ist er ein cooler Typ und wahrhafter Christ, glaubwürdiger Israelit ohne Betrug! Michal, ich lasse ihn grüßen. Sage ihm, dass der Gott auch seine Zelle öffnet und er frei wird!“

Zu dem Zeugnis der Reinheit möchte ich noch erwähnen, dass mich im Jahr 2016 der Robert aufsuchte und mir Folgendes anvertraute: „Ich wollte Ihnen nur sagen, dass ich seit einem halben Jahr die Selbstbefriedigung vermeide. Gott sei Dank!“ Ich kann dazu nur hinzufügen: Dieses Zeugnis dient für Sie als eine Ermutigung, es nicht zu machen oder auch zur Wiedergutmachung. Wie im 1 Tim 3, 16 steht: „Wahrhaftig das Geheimnis unseres Glaubens ist groß: Er wurde offenbart im Fleisch, gerechtfertigt durch den Geist, geschaut von den Engeln, verkündet unter den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.“ Amen, Schwester und Brüder, Amen.

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Foto: Ein Tischkalender für 2022 für alle Mitglieder, Titelseite.

Wir wissen, die Kraft des Gebets ist stark, wenn wir aufrichtig und aus Liebe beten.

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Foto: Brief vom Verurteilten Tomas, der trotz Spott nicht aufgegeben hat, für seine Mithäftlinge zu beten. Nach einiger Zeit bekamen diese die Gnade und öffneten sich für Gottes Königreich. Es reichte nur zu glauben, dass Gott größer sei als ihr Problem. Sie selbst kamen zu ihm und baten um die Heilige Schrift und auch darum, beten zu lernen.

Wortlaut des Briefes: „Ich freue mich, dass die Jungs, die mich wegen meines Gebetes für sie auslachten, nach 2-3 Monaten zu mir kamen. Demütig baten sie mich, ihnen beten beizubringen. Sie wollten auch, dass ich ihnen die Heilige Schrift und religiöse Bücher zum Lesen mitgebe. WAU … Lob sei dem Herrn!“

Es gibt auch Briefe, die auf die Stimme von Johannes dem Täufer antworten. Mk 1, 15: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“

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Foto: Briefabschnitt von einem zur lebenslangen Haft Verurteilten. Ohne Kommentar.

Wortlaut des Briefes: „… Ich bin ein Häftling, Häftling für Jesus Christus. Ich war krank und bat Ihn um Genesung, Gnade, Verzeihung und Erbarmung dafür, was ich Schlimmes gegenüber anderen getan habe. Ich bat Ihn um die Verzeihung meiner Sünden. Vor allem habe ich dem Christus „JA“ gesagt. Herr, ich bin hier, mache mit mir, was Du für richtig hältst. Ich habe mich dem Herrn völlig freigegeben und vertraue Ihm in allem. Denn Er ist mein Licht und meine Erlösung. Ich weiß, wem ich geglaubt habe!“

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Noch ein paar Worte zum Thema Kraft des Gebets und unsere Lebenserfahrungen damit.

Foto: Ein Briefabschnitt von Jan, er hat einen Sohn in Tschechien, den er lange nicht gesehen hat. Er hat kaum Nachrichten von ihm, vielleicht nur, dass er lebt und gesund ist. Deswegen wollte er, dass sich seine Mutter wenigstens einmal mit ihm persönlich trifft. Der Teufel hat sie aber immer daran gehindert. Deswegen entschied sich seine Mutter an einem Tag ohne Ankündigung zu ihrem Enkel abzureisen. Sie kam dort an, klopfte an der Tür, aber niemand öffnete. Verzweifelt telefonierte sie mit Jan. Jan war völlig am Boden zerstört, trotzdem begann er noch mehr zu beten. Glücklicherweise haben sich am nächsten Tag dann doch getroffen. Lob sei dem Herrn! Das ist doch unser Vater!

Wortlaut des Briefes: „Ich habe mit meiner Mama ausgemacht, dass sie meinen Sohn in Tschechien besucht. Das wollte sie schon öfters machen, aber die Mutter meines Sohnes hat sie immer daran gehindert. Sie ging nicht ans Telefon. So beschlossen meine Mama und ich, dass sie ohne Ankündigung dorthin gehen würde. Ein Monat vorher hat sie ein Hotel gebucht und am 27.7.-30.7. war sie dort in Tschechien. Am Sonntag, den 27.07. habe ich sie angerufen, mit meinem Sohn war sie immer noch nicht, nicht einmal die Tür haben sie geöffnet. Ich war völlig am Boden zerstört. Die ganze Nacht von Sonntag auf Montag, sowie auch den ganzen Vormittag in der Arbeit betete ich. Ich bat den Herrn, damit er mit seiner Gottes Kraft eingreift und meiner Mutter und meinem Sohn die gemeinsame Zeit schenkt, die sie in Gottes Liebe und Gnade verbringen können. Am Montag, den 29.07. habe ich meine Mama ganz erschöpft wieder angerufen. Sofort teilte sie mir mit, sie sei mit meinem Sohn David gewesen und sie haben eine schöne Zeit miteinander verbracht.“

Aus der Korrespondenz unter den Mitgliedern Dismas sehen wir, wie sich die Verurteilten untereinander ermutigen, danken und bitten. So schreibt auch Stefan in seinem Brief.

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Foto: Briefabschnitt für Stefan von einem anderen Verurteilten. In dem ersten Teil des Briefes schreibt er, dass seine Mutter vor kurzem starb und sein Bruder im Gefängnis sitzt. So kann niemand die Beerdigung organisieren. Er fürchtete, sie werde als Obdachlose begraben. Darum bat er Stefan und die Gem. Dismas um das Gebet für Lösung dieses Problems. Anschließend können Sie lesen, unser Herr kümmerte sich um die Rückkehr seiner Tochter Klaudia und die Mutter konnte begraben werden, wo sie sich wünschte. Es reichte nur, dafür zu beten und dem Gott zu glauben.

Wortlaut des Briefes: „Stefan, mein lieber Bruder, danke für deine Gebete (Gebete für meine Mutter, ihre Seele und auch für die Tochter Klaudia), ich danke auch der Gem. Dismas und allen anderen für die Gebete. Gott sei Dank.“

Ich möchte auch die Hilfe von Jozef Siska betonen, einem Mitglied von Dismas. Er setzt sich ein für die Angeklagten und Verurteilten und hilft bei den Arbeiten der Wohltätigkeitsorganisation meiner Ehefrau mit. Er ist der Mensch, der sich automatisch kümmert. Da er ein Unternehmer ist, kann er sich gut um die Menschen kümmern, die aus dem Gefängnis kommen und Arbeit suchen, um die Unterkunft für sie, sowie auch um die Gemeinschaft im Allgemeinen. Hier ein Brief für die Gem. Dismas:

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Foto: Briefabschnitt von Peter. Peter erwähnt in seinem Brief den ehemaligen Angeklagten Jozef Siska. Er zeigte ihm den Weg zu unserem Herrn. Beim Verlassen des Gefängnisses sagte er sogar zu ihm das, was bestimmt jeder Verurteilter von seinen Kumpeln hören möchte, wenn einer das Gefängnis verlässt: „Was immer du brauchst, ich helfe dir und werde mich darum kümmern.“ Alles versprochene hat er auch tatsächlich eingehalten. Er kümmerte sich sogar um seine Familie, Mutter und Schwester. Das ist ein Mensch, der im Gefängnis saß, der das Evangelium nicht nur verkündet, sondern auch lebt.

Wortlaut des Briefes: „Es ist mir bewusst und ich glaube immer, dass ich es für mich und auch für die, die an mir zweifeln, schaffen werde. Das bin ich. Eine christliche Familie brachte mir bei: Was ich sage, gilt. Genauso wie mir Jozef Siska bei seiner Freilassung sagte: Was immer du brauchst, ich helfe dir und werde mich darum kümmern. Tatsächlich macht er das und ist für mich ein Vorbild eines Dieners von Jesus. Eigentlich möchte ich auch ein Vorbild für die Christen sein. Jozef Siska hat mir sehr geholfen, psychisch als auch materiell, meiner Mama und Schwester auch. Ich segne diesem Mann!“

Wie Sie sehen können, außer Schreiben malen auch die Verurteilten. Auf diese Weise stellen sie ihre Glaubenswahrnehmung dar.

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Foto: Ein Bild von Banska Bystrica Kralova, gemalt auf einem Papier.

Ich sage oft den Verurteilten, bzw. schreibe, dass sie von unserem Vater Talente bekamen. Sie sollen sie für Gottes Herrlichkeit nutzen, nicht für etwas Böses. Wenn jemand geschickt und fachkundig sei, sollte er diese Fähigkeiten fachmännisch nutzen, z. B. Tür öffnen, wenn sie klemmt, statt Autos stehlen. Alles mit dem Christus machen. Wie Er selbst sagt (Joh 15, 5): „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.“

Ich würde gern zwei Briefe zeigen, die uns nett überraschten. Die Absender schreiben, neue Familie gefunden zu haben.

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Foto: Briefabschnitt von Branislav, er schreibt, dass die Gem. Dismas seine Familie ist. Wortlaut des Briefes: „… Obwohl das früher nicht so war, habe ich momentan keinen Kontakt mit meiner Familie. Der Teufel hat uns irgendwie auseinandergebracht und einiges ist schiefgelaufen. Letztendlich kam ich dann zu dem Entschluss, dass Dismas meine

Familie ist. Dafür danke ich dem Herrn.“

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Foto: Briefabschnitt von Noro, auch er schreibt, dass wir seine Familie sind. Solche Worte berühren uns sehr.

Wortlaut des Briefes: „… Eine Sache, die mich über dem Wasser hält, ist, dass ich eine tolle Familie habe. Zweitens: „In schwierigen Zeiten kennst du den Freund.“ … Und ich habe dich, Michal, kennengelernt, und auch die Gem. Dismas, Gott … Ihr seid meine Familie! Ich danke euch allen, was ihr für mich (uns) tun. Ich danke, dass es dich gibt, dass es Dismas gibt und man auch dort tolle Menschen finden kann …“

Zu diesen Briefen kann ich nur erwähnen: Wenn wir die Heilige Schrift lesen, müssen wir das nur bestätigen. Denn Jesus Christus sagte: „Und streckte die Hand über seine Jünger aus und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ Amen. Mt 12, 49-50, oder auch Mt 3, 33-35.

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Foto: Zeichnung von Robert

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Foto: Gedichtsammlung in der Publikation „Neues Herz“  Foto: Gedicht von Milos U. mit dem Titel: „Spiele nicht mit dem Teufel“:

Ich habe in Sünde gelebt,
ich habe aus dem Glas des Teufels getrunken.
Ich habe mit meinem Leben gespielt
und er hat mich ausgelacht.

Mich hat der Glanz dieser Welt,
der Reichtum und ihre Herrlichkeit angezogen.
Aber die grausame Nachricht ist gekommen,
der Teufel gibt nichts umsonst.

Ich habe meine Freiheit und meine Familie verloren,
ich habe den Teufel eine Stunde lang bereut.
Nach dem harten Gesetz
landete ich im Gefängnis.

Plötzlich haben sie mich alle verlassen,
sie alle haben mich verraten.
Die mit mir tranken
und die mich lobten.

Und der, den ich gekreuzigt habe,
stand allein mit mir.
Er liebt mich und hat mich immer geliebt,
er hat mir meine Sünden vergeben,
also habe ich ihm mein Leben gegeben.

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Foto 1: Autor des Gedichts Milos U., Michal Libant aus der Gem. Dismas und Michal Szabo aus der Gemeinschaft „cenakolo“ bei der Evangelisierung der lebenslang Verurteilten.

Foto 2: Bei der Evangelisierung der lebenslang Verurteilten. Ich habe Dominik Pech eingeladen, er sang und stellte die Hauptperson, einen französischen Jungen namens Jacques Fesch, in dem Theaterstück „Erinnere dich an mich“ dar. Jacques Fesch wurde Mitte des letzten Jahrhunderts als Mörder zum Tode verurteilt. Im Gefängnis findet er auch durch die Heilige Therese von Lisieux den Glauben an Gott. Dominik spielte diese Figur im Theater von Andrej Bagar in Nitra. Quelle: https://www.tkkbs.sk/view.php?cisloclanku=20180328011

Milos malt gerne, seine Bilder hängen in dem speziell gesicherten Raum, wo sich die lebenslang Verurteilten treffen. Milos fertigt auch Rosenkränze an und beteiligt sich damit an dem Projekt „Engelswaffe“ der Gem. Dismas.

Öffentliche Wahrnehmung

Unser Dienst besteht nicht nur aus den Besuchen der Verurteilten, der Korrespondenz oder ähnlichem. Wir werden auch zu verschiedenen Festivals, Konferenzen, Vorlesungen usw. eingeladen.

In den vorherigen Newslettern konnten Sie über Campfest oder die Pro-Life-Veranstaltung erfahren. Nun möchte ich jetzt aber die Stadt Trnava erwähnen, genauer gesagt das Treffen der Gemeinschaften aus der Diözese Trnava. Bei dieser Gelegenheit habe ich einen Brief empfangen.

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Foto: Briefabschnitt von Kristina, eines jungen Mädchens aus Trnava. Beim Lesen ihres Briefes konnten viele Mitglieder der Gem. Dismas nicht die Tränen halten.

Wortlaut des Briefes: „Im Namen aller Mädchen, die vergewaltigt wurden, ich vergebe euch. Ich bin nicht diejenige, die euch verurteilt, aber diejenige, die euch verzeiht. So wie der Vater mir vergeben hat, vergebe ich auch euch.“

Diese E-Mail bekam ich im Jahr 2017.

Mein Name ist Ludmila Hunkova, die Mutter von Frantisek Hunka. Er war im Gefängnis in Leopoldov, jetzt ist er in Hrnciarovce nad Parnou. Auf diese Weise möchte ich Ihnen für meinen Sohn danken. Er suchte sich gerade nicht den besten Lebensstil aus. Aber dank dem Gott und Ihnen entschied er sich, sein Leben zu ändern und sich auf den Weg des Herrn zu machen. Als ich ihn besuchte, redete er nur Gutes über sie. Es ist schon „seltsam“, dass sich ein Wächter mit den Seelen derjenigen beschäftigt, die ihre Sünden verbüßen. Denn die meisten Wächter verhalten sich gegenüber den Verurteilten sehr arrogant und erniedrigen sie auch. Ich weiß, wovon ich spreche! Ich möchte Ihnen noch einmal dafür danken, was Sie für die Verurteilten und auch für die Gem. Dismas machen. Jesus Christus solle Ihre Schritte führen und die Jungfrau Maria solle Ihre Schutzhand über Sie und Ihre ganze Familie halten. Dank dem Gott.

Mit freundlichen Grüßen Ludmila Hunkova

Es kommen auch verschiedene Reaktionen von Facebook zu uns. Hier eine von einem Auftritt auf dem Campfest 2019. Gem. Dismas betete und segnete den Familien während des Programms von Lamacske Chvaly.

Wortlaut eines Teiles von einem Beitrag auf Facebook: „Der stärkste Moment für mich persönlich war, als ein Mann von der Gem. Dismas (Gemeinschaft der konvertierten Verurteilten) mit freundlichen und netten Worten den Familien segnete. Tränen flossen über mein Gesicht. Ich war erstaunt, wie Gott die Herzen verwandelte …“

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Foto: Abschnitt aus einem Beitrag auf Facebook von einem Mädchen, das diese Veranstaltung besuchte.

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Foto: Campfest 2019, alle Menschen in dem großen Zelt segneten der Gem. Dismas.

Regelmäßig arbeiten wir zusammen mit verschiedenen Medien, z. B. Radio Lumen, Fernsehsender TV LUX, Der Slowakische Rundfunk, Radio Maria.

Im Jahr 2017 sprach mich der Bischof Rabek an und fragte mich, ob ich innerhalb des Ministeriums des Gefängnis- und Justizwachkorps unsere Bibelschule in Leopoldov und die Gemeinschaft Dismas in dem Fernsehsender TV LUX in einer Dokumentation präsentieren möchte. Es sollte sich um eine Dokumentation mit dem Namen „Goldene Pfeifen“ handeln. Dieses Dokument solle bewaffnete Korps zeigen: Jede Pfeife stellt eine Christenstimme in dem jeweiligen Ministerium dar. Und wir sollten den Gefängnis- und Justizwachkorps darstellen. Dabei solle ein Bild entstehen, wie ein Laie auf seinem Arbeitsplatz im Gefängnis evangelisieren kann und dass uns Jesus Christus Talente und Fähigkeiten gibt, auch in die schwierige Umgebung Licht zu bringen. Ich muss dazu aber noch erwähnen, die Dreharbeiten in Leopoldov waren ausdrücklich nicht gewollt sowie nicht positiv aufgenommen. Wenn man vielleicht den Druck von oben nicht gemacht hätte, hätte man es nicht verwirklichen können. Aber wie Gottes Wort sagt: „… Der, den Schlüssel Davids hat, der öffnet, sodass niemand mehr schließen kann.“ (Offb 3, 7), denn der Jesus ist der „König der Könige und Herr der Herren“. (Offb 19, 16)

Auf jedem Fall, als klar wurde, dass die Dreharbeiten stattfinden werden, wurde ich von den Vorgesetzen vorgeladen und musste mich rechtfertigen. Das geschah übrigens fast regelmäßig. Man nannte mir die Bedingungen, die mit denen von dem Bischof nicht übereinstimmten. Die größte und für mich überhaupt nicht akzeptierbare Bedingung war, die Dreharbeiten sollen ohne die Verurteilten stattfinden. Ich teilte diese Tatsache unseren Verurteilten von der Bibelschule mit. Sie waren zwar enttäuscht, aber wir begannen zu beten. Ich bat sie dafür zu beten. Schließlich ist Er, unser Vater, derjenige, der auch über bereits entschiedene Sachen entscheidet.

An dem Drehtag besuchten mich wieder die Vorgesetzten und betonten die Bedingungen, vor allem die eine betreffend die Abwesenheit der Verurteilten. Es war unnötig mir das zu betonen, denn es war mir schon klar, da auch nämlich der stellvertretende Direktor dabei sein musste. Aber ich wollte nicht provozieren und Gottespläne verhindern. Wie ich gelernt habe, senkte ich ein wenig den Kopf und ließ sie reden, weil „die Vorgesetzten haben doch immer Recht“ (ich grinse heimlich).

Die Vorgesetzten stellten sich es so vor, dass ich nur ein paar Worte in die Kamera in meinem Zivilanzug und dann auch in der Uniform sage (siehe Foto). Sie machen paar Aufnahmen aus dem Gefängnis und gehen dann nach Hause, so hieß es. Drehort war die Burg (wahrscheinlich das meistbewachte Objekt in der Slowakei, weil sich dort die lebenslang Verurteilten befinden), genauer gesagt die aus einer Zelle umgebaute Kapelle (siehe Foto TV LUX auf der ersten Seite).

Als das Drehteam aus dem Fernsehsender TV LUX ankam, verspürte ich beim Gespräch eine übernatürliche Mut, ging zu dem stellvertretenden Direktor und bat ihn, einige Verurteilte aus der Bibelschule kommen zu lassen. Ich sagte, es wäre mehr glaubwürdig, wenn sie auch wirklich da gewesen wären und etwas spielten. Und er hat „ja, gut“ geantwortet. Meine Reaktion war ein riesiger Dank dem Vater. Wir haben gleich alle, die kommen konnten, berufen. Die Verurteilten waren begeistert, sangen, dankten und feierten den Jesus, der sich wie immer kümmerte.

Noch eine kleine Notiz zu der Kapelle: Vor ca. 70 Jahren fanden die Gottesdienste in der Kirche des hl. Leopold statt. Sie wurde aber im Jahr 1950 von den Kommunisten zerstört. Neulich rief mich der Bischof Rabek an und verkündete, diese Kirche soll neu aufgebaut werden, und zwar im Gefängnis in Leopoldov. Wir beten und danken dafür.

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Foto: Aus dem Institut für den Vollzug von Freiheitsstrafen und Haftanstalt Leopoldov während der Dreharbeiten des Fernsehsenders TV LUX des Filmes „Goldene Pfeifen“.

Schlusswort: Ich spüre immer öfter, dass es darum geht, auf den Gottes Weg zurückzukehren. Auf den Weg, den wir verloren haben. Aber unser Vater ruft uns immer zu sich zurück. Es ist egal, wo du gerade bist oder welchen Beruf du machst. Seid gesegnet.

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Mit freundlichen Grüßen,

Cpt. Mag. Michal Libant

Akolyth des Ordinariats von Streitkräften und bewaffneten Korps, Gründer und Leader der slowakisch-tschechischen Gefängnis-Gemeinschaft DISMAS

Notiz: Die meisten, erwähnten Information befinden sich auch im Buch „Krise – was jetzt damit?“ (Sona Vancakova und Co.) (siehe Foto)

Gott segne Dich +

Kontaktadresse: Michal Libant, DISMAS, Dvorníky 470, 92056, SLOWAKEI